Mittlerweise sind wir beim Mittwoch, den 12. August angelangt. Öhm, wo waren wir? … Ah ja genau, Ocean Shores, welches angeblich am Meer liegen soll. Aber wenn Google Maps das so zeigt, wirds sicherlich stimmen.
Das Wetter machte immer noch keine Anstalten, einen Sonnenstrahl durchzulassen und so verliessen wir Ocean Shores so, wie wir es vorgefunden hatten, nämlich in weisse Nebelschwaden eingehüllt.
An diesem Tag stand der Mt. St. Helens auf dem Programm. Die Fahrt von Ocean Shores dorthin betrug in etwa 3 Stunden. Wir fuhren gegen Osten bis zur I-5 und fuhren auf dieser dann Richtung Süden. Irgendwie kann ich mich beim besten Willen nicht an viel von dieser Fahrt erinnern; sie wird also nicht wahnsinnig spektakulär gewesen sein…
Bei Sonnenschein und blauem Himmel kamen wir dem Mt. St.Helens näher. Bei der Hinfahrt zeugen neu aufgeforstete Wälder von der Katastrophe, welche vor gut 30 Jahren stattgefunden hat. Und dann endlich war es soweit und was wir bisher nur auf Bildern und in Reportagen gesehen hatten, zeigte sich uns in Realität:

Eindrücklich wird es vor allem, wenn man alte Fotos anschaut vor dem Ausbruch. Hier zum Vergleich ein Foto aus dem Jahre 1980 (natürlich nicht von uns).
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(Quelle: http://en.wikipedia.org)
Beim Ausbruch am 18. Mai 1980 explodierte der ganze Gipfel und die Aschesäule soll 19 Kilometer hoch in die Atmosphäre gestiegen sein. Ein Gebiet von 600 Quadratkilometern war vom Ausbruch betroffen. Auch heute liegen noch überall tote Baumstämme rum. Sie zeigen alle in die gleiche Richtung und sehen aus wie umgeknickte Zündhölzer.
Rund um die Ausbruchsstelle wurde nichts augeforstet sondern man liess die Natur einfach machen. So gibts heute wieder Stellen mit Bäumen, andere Stellen sind immer noch kahl.


Wir hatten uns eine 8.6 Meilen lange Wanderung ausgesucht für diesen Tag. Diese führte uns parallel zum Mt. St. Helens entlang. Der Anfang der Wanderung ging zügig vorwärts, die meiste Zeit ging es geradeaus auf dem Johnston’s Ridge Trail. Irgendwie kam mir der Weg aber unglaublich lange vor und so hab ich mich ständig gefragt, ob wir irgendwie die Abzweigung für den Harry’s Ridge übersehen hatten – hatten wir natürlich nicht, der Weg war tatsächlich so weit.
An einer stelle mussten wir dann einen Weg entlang gehen, der stellenweise in den Felsen geschlagen worden ist. An einem Punkt war der Weg verschüttet und wir mussten unser Klettervermögen unter Beweis stellen! Links gings die Wand hoch, rechts steil runter. Zum Glück hatten wir unsere hochgeschlossenen Wanderschuhe dabei! Mir wurde fast übel, als ich das Päärchen vor uns beim Klettern beobachtet habe. Madame trug Flipflop und Monsieur ausgelatschte Turnschuhe ohne Profil. Aber zum Glück haben wirs alle vier geschafft und die Wanderung ging dann auf ebenem Gelände weiter.

Teilweise mussten wir uns beinahe durchs Grünzeug schlagen, um vorwärts zu kommen.

Die letzte Meile ging nochmals steil bergauf – dafür wurden wir mit einem unglaublichen Panorama belohnt!

Im Spirit Lake treiben immer noch tote Baumstämme, welche vom Ausbruch zeugen. Der Berg im Hintergrund ist ziemlich sicher der Mount Rainier (ich hab ja zuerst gesagt es sei der Mount Adams, aber meine bessere Hälfte hat sicher Recht). Vielleicht weiss ja jemand von euch abschliessend, welchen Berg wir da abgelichtet haben von Harry’s Ridge aus?
Mittagessen aus dem Rucksack mit dieser Aussicht, ganz alleine, was will man mehr!


Nachdem wir ein wenig ausgeruht hatten, machten wir uns auch schon wieder auf den Rückweg. Schliesslich lagen noch 4.3 Meilen vor uns. Der Rückweg ging, wie immer, schneller und leichter wie der Hinweg.

Teilweise war der Pfad kaum zu sehen und wir gingen über Stock und Stein. Zum Glück haben sie auf dem Wanderweg immer wieder Pfosten aufgestellt, so dass wir uns an diesen orientieren konnten.

Auf folgendem Bild seht ihr schön die “abrasierten” Bäume oder besser gesagt, was davon noch übrig ist.

Auf dem Parkplatz war unser Auto eines der letzten, welches noch da stand. Das Hotel hatten wir in Vancouver vorgebucht. Also, Vancouver WA, nicht dasjenige in Kanada, dafür wär der Weg dann doch ein wenig weit gewesen.
Das Hotel in Vancouver heisst Staybridge Suites. Wir haben 3 Nächte gebucht und zahlten pro Nacht 42 Dollar inklusive superleckerem Frühstück! Wir kriegten ein rollstuhlgängiges Zimmer, das heisst es hatte eine Küche, ein kleines Wohnzimmer mit Fernsehecke, ein grosses Schlafzimmer und natürlich ein riesiges Badezimmer. Wenn ihr je in dieser Gegend übernachten wollt, kann ich euch dieses Hotel nur ans Herz legen! Dazu gibts jede Menge Ketten- und normale Restaurants in der direkten Umgebung. Wir haben uns ein mexikanisches Restaurant ausgesucht (also ich habs ausgesucht) und siehe da, das Essen war sehr lecker. Die Menge hätte wohl für ein ganzes Fussballteam gereicht. Wir mussten uns richtiggehend daran gewöhnen, nicht alles immer aufzuessen sondern einfach aufzuhören, sobald wir satt waren…
Nach diesem Tag waren wir wieder einmal todmüde und so konnte uns nicht mal das nur 1.40m breite Bett daran hindern, tief und fest zu schlafen.