Blackbanana
29/1/2009 | Roman
In der IT gibt es den Begriff der “Bananaware” (deutsch: Bananen-Ware). Man versteht darunter Produkte, welche unreif, in einem unfertigen Zustand auf den Markt gebracht werden und beim Kunden “nachreifen”. Ist wie bei den Bananen: Die werden ebenfalls grün in den Anbaugebieten geerntet und werden während dem Transport und teils erst beim Kunden reif und überhaupt geniessbar.
Solche Bananaware ist ein alter Hut. Es gab und gibt tausende von Software-Titeln und auch Hardware-Produkte, welche erst nach dem Einspielen von Updates / Patches überhaupt sinnvoll verwendbar sind. Bisher war das eher ein unrühmliches Kapitel und kaum ein Hersteller war stolz darauf, dass seine Produkte entsprechend bezeichnet wurden..
Neuerdings ist das vorbei:
Nach Ansicht von Jim Balsillie, Ko-Chef des Blackberry-Herstellers Research in Motion (RIM), müssen sich die Kunden bei modernen Smartphones an unreife Software gewöhnen. Sie sei bei der Produktion von komplexen Mobiltelefonen Teil der “neuen Realität”, sagte er angesprochen auf Probleme mit dem neuen RIM-Modell Storm dem Wall Street Journal. (…) Der erste Touchscreen-Blackberry Storm löste Ende vorigen Jahres bei den Käufern der ersten Stunde keineswegs einen Sturm der Begeisterung aus: Durch seine fehlerhafte und unfertig anmutende Software sorgte er selbst bei treuen Blackberry-Anhängern mitunter für Verzweiflung. (..)
Mir persönlich stossen solche arroganten Aussagen sauer auf. Aber anscheinend gibt es genug zahlungsbereite Kunden, die sich damit abfinden. Kunden, die bereit sind, viel Geld für mangelhafte Produkte auszugeben. Schöne neue IT-Welt..
Da kommt mir in den Sinn: Bisher hab ich die Blackberry’s gerne “Crackberry’s” genannt. Aber Blackbanana passt auch irgendwie..
Weltwoche
27/1/2009 | Roman
Ich hab’s in den Ferien mal wieder getan: Ich hab mir 2 mal die Weltwoche gekauft und fast komplett durchgeackert. Und ich hab’s genossen.
Mir ist dabei aber wieder einmal bewusst geworden, wie sehr die Weltwoche durch die meisten Menschen falsch verstanden wird, sei’s von den Abonnenten oder von den Kritikern. Die Weltwoche wird als rechtes Medium, als Kampfblatt der SVP gelobt oder gescholten. Und das ist sie definitiv nicht. Die Weltwoche lässt sich viel prägnanter durch genau ein Wort beschreiben: Dagegen.
Die Weltwoche schreibt gegen den Strom, egal um welches Thema es sich handelt. Sie will provozieren, egal ob politisch oder gesellschaftlich. Dazu einige Beispiele:
- Ausgabe 42/08: Alle Medien der Schweiz schreiben über die Wirtschaftskrise, dieWeltwoche schreibt “La crise n’existe pas”. Grosses Kino, insbesondere da am nächsten Tag der Bund der UBS knapp 70 Milliarden CHF an Staatshilfe versprach. Und da die Weltwoche zuvor in mehreren Ausgaben über die Krise berichtet hat (u.a. in Ausgabe 06/08 und Ausgabe 32/08)
- Ausgabe 36/08: Obamamanie herrscht bei Blick und Co. Die Weltwoche lobt natürlich den “störrischen Falken” McCain. Wobei sie natürlich ein halbes Jahr vorher Obama selbst eine Titelstory gegönnt hat in Ausgabe 10/08.
- Ausgabe 41/07: Mein Liebling aller “Dagegen”-Titelstories: Die Welt verreist sich das Maul über Britney Spears, die Weltwoche bringt einen mehrseitigen Artikel, in dem das Popsternchen zur Göttin hochgelobt wurde.
Diese Gratwanderung zwischen populistischer Provokation und ernsthaftem Journalismus misslingt der Weltwoche natürlich alle paar Artikel. Trotzdem macht dieser Anti-Mainstream diese Zeitung zu einer Bereicherung im Zeitschriftenregal. Sei’s nur drum, um einen anderen Blickwinkel auf einen Sachverhalt zu erhalten um sich so eine möglichst diversifizierte Meinung bilden zu können. Solange man sich natürlich bewusst ist – wie bei allen anderen Zeitungen auch! – dass Papier geduldig ist…
Frage 24/100
11/1/2009 | Roman
Gibt’s eigentlich noch schlechtere Werbespots als den hier?
Frage 23/100
5/1/2009 | Roman
Interessiert sich Ende 2009 noch jemand für Facebook?
Frage 22/100
4/1/2009 | Jeanine
Warum fassen sich Leute Vorsätze, wenn sie eh wissen, dass sie diese nicht halten werden?

