Wahlkrampf

23/9/2007 | Roman

Stell dir vor es ist Wahlkampf und keiner schaut hin.

Am 21. Oktober sind die Nationalrats- und Ständeratswahlen in der Schweiz. Rein theoretisch sollte damit die Schweiz im Wahlkampf sein. Aber ich merke nichts davon.

Natürlich grinsen die weissen und die schwarzen Schafe allgegenwärtig von den Plakatwänden. Und an schmelzenden Glacé’s und Geheimplänen kann man sich ebenfalls satt sehen. Aber um es mit den Worten von Churchill auszudrücken: “Alles langweilt mich.

Sachliche Diskussionen fehlen. Statt Standpunktsdiskussionen wird das Volk mit Geheimplänen und Mythen (“Philippi” lässt grüssen) gefüttert. Statt Polit-Agenden werden Fragen um Konkordanz und Komplotte aufgerollt.

Und mich beschleicht das Gefühl, dass man den gemeinen Bürger für dumm verkauft und für noch dümmer hält. 30-Sekunden Statements in der Tagesschau und 3-Zeiler in der Sonntagspresse ohne jeglichen Tiefgang werden im Stakkato abgefeuert, als ob das Stimmvolk offensichtliche Lügen, Absurditäten und leere Worthülsen nicht erkennen würde.

Die Rechnung präsentiert sich – wie so oft – im Pausenraum der Unternehmen. Es wird über Federer gesprochen, über den Sommer geschimpft, über Ferien debattiert, aber von Politik kaum eine Spur.

Ich habe mich allen Widrigkeiten zum Trotz versucht zu informieren. Smartvote.ch schien eine gute Anlaufstelle. Leider war das Resultat ernüchternd: Max. 44% Übereinstimmung bei der Ständeratswahl mit meiner politischen Meinung. Ja dankeschön, da kann ich ja gleich leer einlegen.

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2 Kommentare zu “Wahlkrampf”

  1. Kommentar von Lukas:

    > als ob das Stimmvolk offensichtliche Lügen, Absurditäten und leere Worthülsen nicht erkennen würde.

    Mal die Wahlen abwarten. Aber vermutlich wird wie eh und je rauskommen: Nein, die erkennt es tatsächlich nicht.

  2. Kommentar von Roman:

    Oder sie haben schlichtwegs keine Wahl. Wenn ich mir so die Listen mit den Kandidaten durchschaue, halte ich keine davon für wählbar. Daher werde ich einfach das “kleinste Übel” in die Urne werfen… ich glaube, so geht’s noch einigen Anderen, daher wundert es mich auch nicht, wenn teils “unerklärliche” Ergebnisse herauskommen.

    Zum Glück haben wir in der Schweiz jedoch die direkte Einflussnahme auf Sachfragen via Abstimmungen, damit wir die gröbsten Patzer korrigieren können..

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