Chapeau Gurten

22/7/2007 | Roman

So, nach 2 Tagen herrlichen Musik- und Schlammgenusses, bin ich nun wieder geduscht und ausgeschlafen zurück vom Gurten Festival. In a nutshell: Ich habe noch kein dermassen gut organisiertes Festival erlebt, chapeau! Eine kleine, wenn auch vollkommen subjektive Analyse:

Gelände:

Der Veranstaltungsort ist phantastisch! Der Gurten als “Hausberg” von Bern bietet mit Bäumen umsäte Wiesen und phantastische Ausblicke auf die Hauptstadt. Sofern der Regen natürlich das ganze nicht verunmöglicht. Insgesamt Idylle pur (guggst du Bilder-Gallerie des Gurtenparks), selbst der Veranstaltungsort von Rock im Park auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg zieht hier den Kürzeren.

Anreise

Die Anreise ist vollkommen unproblematisch, wenn man denn den Anfahrtsplan lesen könnte ( ;) ) . Man parkiert ausserhalb von Wabern an einem grossen – selbst nachts bewachten und beleuchteten – Parkplatz und wird flott per Shuttle zur Talstation der Gurtenbahn gefahren. Wir kamen zu einer Hauptanreise-Zeit an und hatten kaum Wartezeiten, weder bei den Bändchen-Tausch-Stellen, noch für den Shuttle. In 3 Minuten hatte ich mein Bändchen, ein Rekord! Vorallem verglichen zum Chaos am Park und am Southside.

Lediglich für die Gurtenbahn mussten wir kurz anstehen. Btw: Die fährt inkl. Shuttles jeden Tag bis 04:40 und natürlich alles vollkommen gratis.

Sicherheit

Andere Festivals glänzen ja durch Ausschreitungen und Randale, am Gurten ist dies kein Thema. Selbst am Parkplatz standen nachts Securitas, auch auf den Gelände patroullierten mehr als genug Securitas, sowohl in Dienstkleidung, wie Zivil (Knopf im Ohr). Ich habe auch in den zwei Tagen keinen einzigen Zwischenfall erlebt.

Bühnen

Alle drei Bühnen liegen unten an einem Abhang, macht in dem Sinne auch Spass, von weiter hinten zu zuschauen, auch wenn man nicht der Grösste ist. Oder direkt die Decke und den Sonnenschirm mitnehmen und relaxen. Etwas ganz spezielles, was den anderen Festivals gefehlt hat: Es hatte insgesamt 8 grosse Sponsoren-Zelte, wo in den Pausen und nach den Konzerten durchaus hochwertige DJs aufgelegt haben. Wäre ich nicht so kaputt gewesen, wärs ein perfekter Ort zum ausklingen gewesen.

Camping

Camping am Gurten wäre sicher ein Highlight, leider hat das Wetter nicht ganz mitgespielt. Aber insgesamt ist alles hell beleuchtet, nachts patroullieren Securitas und es hat keine Dixies, sondern echte WCs und sogar dreilagiges WC-Papier! Und wie die Duschen sind diese natürlich kostenlos (im Park kostet 1x duschen 2 Euro, 1x WC 50 Cent).

Ganz kool war die Idee des Früchstücks-Services (wobei ich nicht dazu kam, den zu benützen): Morgens gehen Teams von SwissMilk durch die Zeltreihen und verkauften Breakfast-Package, mit Müesli, 2,5 dl Milch, frischem Brot, Butter, Konfitüre, Käse, Crunchy Cream Rolle, Kakao Drink und Erdbeer Jogurt in einer Tasche inkl. Schale, Löffel und Messer.

Verpflegung

Das Essensangebot fand ich beim Gurten sehr ok, leider recht teuer. Und neben hervorragenden Ständen (mexikanischer Stand) gabs auch unterirdische (Röschti-Stand). Insgesamt fand ich die Idee des Mehrweggeschirrs spannend: Die Teller werden für Energiegewinnung wiederverwertet, die Becher gewaschen und wiederverwendet. Das spart einerseits Abfall, andererseits bleibt dank Pfand das Gelände relativ sauber.

Ach ja: Der Bierpreis ist mit CHF 4.50 günstig, für Nicht-Alkoholiker gibts auch Stände mit frischgepressten Säften (Migros-Lounge).

Stressfaktor

Kein Festival, dass ich bisher erlebt habe, war dermassen relaxed. Es gibt mehr als genug Helfer, die zuvorkommend Hilfe anbieten und versuchen, das Festival so relaxed wie möglich zu gestalten. Beispiel von Gestern Nacht: Nach 3 Tagen Regen war der ganze Boden vollkommen aufgeweicht und schlammig. Und was uns dank guter Schuhe am Festival kaum gestört hat, war unser Problem am Parkplatz, als wir nachts um halb vier mit dem Auto abfahren wollten: Nach 3m Fahrt steckten wir fest. Aber kein Thema, die Securitas haben uns zuerst beim Anschieben geholfen und als das auch keinen Erfolg mehr brachte, kam der Bauer mit dem Traktor. Alles perfekt organisiert.

Fazit

Perfekt organisiert, das OK, aber auch die Helfer vor Ort haben an alles gedacht und sind auf alles vorbereitet. Chapeau Gurten, chapeau!

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2 Kommentare zu “Chapeau Gurten”

  1. Kommentar von Lukas:

    Siehe Sweden Rock Festival. Dort gibt’s dann sogar noch brauchbare Musik dazu ;-)

  2. Kommentar von Roman:

    ;) Musik ist Geschmackssache.

    Aber im Allgemeinen sinkt meine Motivation, an deutsche Festivals zu gehen.. ok, vielleicht noch das Southside, aber das war’s dann auch.

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