Bildung 2.0

12/4/2007 | Roman

Heute bin ich auf eine interessante News gestossen: Microsoft hat eine Studie in Auftrag gegeben um die IT von deutschen Universitäten zu bewerten. Zwar wurden lediglich 200 Studenten befragt und dementsprechend tief ist die Repräsentativität einzuschätzen, trotzdem möchte einige Punkte aufgreifen und diskutieren:

(..) die universitären Portale in der Regel kaum interaktive Prozesse zulassen und vor allem als einseitiger Kommunikationskanal genutzt würden (..) Viele Portale dienten der bloßen Informationsverbreitung durch die Universität. (..)

Ich erwarte von einem Informationsportal einer Hochschule keine Interaktivität. Welche auch? Bloggende Mathematik-Professoren? MyUniSpace von Geschichtsstudenten im 19. Semester? Oder UniTube mit Party-Filmen von Wirtschaftsstudenten? Aber weiter im Text

(..) 83 Prozent der Befragten hätten angegeben, dass keine virtuellen Sprechstunden oder Chats mit Dozenten angeboten würden. (..)

Man möge mir vorführen, wie ein Assistent eine komplexe mathematische Aufgabe im Text-Chat vorlöst. Oder wie man am effektivsten philosophische Diskussionen im ICQ führt? Oder man stelle sich eine Besprechung eines Kunstwerks per Video-Chat vor..

Reale Sprechstunden sind durch nichts zu ersetzen. Und wenn sich das Problem tatsächlich gut in Worte fassen lässt, so tut es die gute alte e-Mail.

(..) Mehr als 60 Prozent der Studenten bekommen laut Studie ihren Lehrstoff noch mit Tafel und Overhead-Projektor präsentiert. (..)

Was hätte ich als Student dafür gegeben, weniger PowerPoint Slides präsentiert zu bekommen und hierfür mehr interaktiv erarbeitete Lösungen an der Tafel oder am OHP zu erleben..

83 Prozent der Studenten wünschten sich Online-Tests und -Übungsaufgaben.

Die Anzahl an Multiple- bzw. Single-Choice Tests ist bereits heute viel zu hoch. Und bis man einem Computer ein semantisches Verständnis eines Textes auf akademischen Niveau beibringen kann, wird es noch einige Jahre dauern..

Insgesamt befriedigt mich die Studie nicht. Es wurden durchwegs die falschen Fragen gestellt. Technologie per se birgt keinen Nutzen in sich, erst die Anwendung dieser macht sie wertvoll. Und bevor man die Universitäten mit Beamern, Video-Chats, Communities und sonstigen technischen Spielereien hochrüstet, sollte man sich Gedanken über den Anwendungszweck und die Einbettung in die Lehrstrategie machen.

Quelle

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2 Kommentare zu “Bildung 2.0”

  1. Kommentar von hennes:

    Wollte schon lange mal was los werden: gfc, überprüfe mal deine Signatur im unitalk bezügl. Rechtschreibung!!!

  2. Kommentar von Roman:

    Ach, das ist mir schon klar, war nur bisher zu faul dazu.

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