Ich bin ja ein heimlicher Grönemeyer Fan, seine Songs haben eine spezielle Art der Philosophie, die mich immer wieder aufs neue fordert. So auch seine neue Single “Lied 1 – Stück vom Himmel”, welche aktuell in der Hot rotation der meisten Radiosender ist. Ich möcht euch hier nicht die ganzen Lyrics niederschreiben, die könnt ihr auf Grönemeyers Website nachlesen. Ich möcht explizit ein Fragment herauspicken, dass ich fundamental finde:
Du glaubst nicht besser als ich
In allen Religionen, die ich kenne, lese ich ein Bestrebnis zur Moral. Ein Aufruf zu Frieden, gegenseitigem Respekt. Der Versuch, die Menschheit vor sich selbst zu retten. Das Resultat hingegen ist ernüchtern. Wenn ich in die Welt herausschaue, dann sehe ich das Gegenteil. Im Namen von Religion wird physische und psychische Gewalt verübt. Der Clash der Religionen.
Und es ist schon betrüblich genug, dass die Religionen gegenseitig sich aufs Dach geben, noch viel trauriger ist, dass dies auch innerhalb der einzelnen Religionen geschieht. Ob nun Schiiten gegen Sunniten, Evangelikale gegen Katholiken, Vishnu gegen Veden oder Atheisten gegen Agnostiker, es spielt keine Rolle.
Nietzsche schrieb, dass Gott tot sei. Eine provokative Aussage. Elementarer ist aber die darauffolgende Relativierung: Wir hättten ihn getötet. Und wenn ich die Wut in der Welt anschaue, dann hatte Nietzsche nicht so unrecht.
2 Comments
“Nietzsche schrieb, dass Gott tod sei.”
Schrieb er nicht eher, dass Gott tot sei? Tod mit “d” wäre ja ein Substantiv, aber das kann ja aufgrund der Kleinschreibung auch nicht gemeint sein, oder?
War natürlich ein typo.