Einheits”krankzahl”kasse

Wie ja sicher alle wissen, stimmt die Schweiz im März ab über eine Einheitskrankenkasse, welche die Grundversicherung zentral regeln soll. Netterweise haben sowohl Gegner wie Befürworter ein Modell konstruiert, mit dessen Hilfe man seine Kosten bei einer allfälligen Annahme der Initiative berechnen kann. Es muss wohl nicht erwähnt werden, dass die Resultate enorm auseinander gehen. Auf www.comparis.ch sind beide Modelle verfügbar. Da musste ich natürlich gleich einmal einen Versuch wagen.

Das Resultat? Übelkeit und Magenschmerzen. Geben wir heute im Schnitt ungefähr 3600 CHF im Jahr für die Kasse aus (bei einer Franchise von 2500 CHF versteht sich), wären es in Zukunft bei einem vollen Arbeitspensum von uns beiden

  • gemäss Modell der Initiativgegner: 12600 CHF (+ 9000 CHF)
  • gemäss Modell der Initiativbefürworter: 6300 CHF (+ 2700 CHF)

Natürlich lässt sich mit dem Einkommen etc. ein wenig spielen; entsprechend sind die Zahlen ein wenig höher oder tiefer. Aber ehrlich: wenn schon das Modell der Befürworter beinahe eine Verdoppelung bringt (und dieses Modell ist sicherlich zu “nett” in der Berechnung – sorry SP) frag ich mich echt, was der ganze Quark soll. Jedes Kind weiss doch, dass die hohen Kosten das Problem sind und nicht die ach so böse und unsoziale Finanzierung. Aaaber ich habe den Glauben in das Stimmvolk noch nicht verloren, von dem her hoffe ich sehr, dass da jeder mal sein Hirn einschaltet und dann ein fettes NEIN einlegt.

One Comment

  1. Roman
    Posted 18/2/2007 at 19:30 | Permalink

    Ich möcht deinen Beitrag noch ergänzen:

    • Die Krankenkasse wiederspiegelt die Solidarität zwischen Krank und Arm und nicht zwischen Arm und Reich, aber..
    • .. bereits heute werden ca. 40% der gesamten Krankenkassenprämien via Steuern finanziert, samt entsprechender Progression auf die Steuern. Die geforderte Solidarität ist bereits so gegeben
    • Die Einheitskasse löst kein einziges Problem des Gesundheitswesens, im Gegenteil. Eine geänderte Finanzierung der Beiträge führt nicht dazu, dass zukünftige Kostenexplosionen in den Griff gebracht werden. Im Gegenteil: Was für einen Anreiz sollte den eine Einheitskasse haben, die Kosten zu reduzieren?
    • Die Probleme des Gesundheitswesens haben erst begonnen, nachdem man den Markt durch das Obligatorium enorm eingeschränkt hat. Nun soll gemäss Linken die Probleme behoben werden, in dem man den Markt weiter einschränkt? Was ist den das bittesehr für eine perverse Logik?