Die GläubigInnen

Political correctness hat nun auch die Kirchen erreicht. Vielleicht kann man es als Gegentrend zum Fundamentalismus der (amerikanischischen) Evangelikalen – oder soll ich EvangelikalInnen sagen? – sehen, aber jetzt wirds wirklich bunt:

(..) Die „Bibel in gerechter Sprache“ schlägt für den Gottesnamen verschiedene Varianten vor, etwa „der „Ewige“, „die Ewige“, „der Heilige“, „die Heilige“ und „der Lebendige“. „Gott ist weiblicher, als man glaubt“, sagte der an der Übersetzung beteiligte Theologieprofessor Frank Crüsemann (..)

Um Gerechtigkeit im Hinblick auf den christlich-jüdischen Dialog zu erzielen, werden etwa Jesu Worte in der Bergpredigt neu übersetzt. Statt „Ich aber sage euch“ heißt es nun „Ich lege euch das heute so aus“. Damit soll verdeutlicht werden, dass Jesus sich nicht mit Gegenthesen gegen die jüdische Tradition wende. Um der Geschlechtergerechtigkeit willen werden neben den männlichen Bezeichnungen auch Apostelinnen, Diakoninnen, Prophetinnen und Pharisäerinnen genannt.

Quelle: idea.de

Es ist mir bewusst, dass die Bibel aus heutiger Sicht – insbesondere Paulus in seinen Briefen – nicht gerade emanzipiert daherkommt. Doch das wäre ein eigenes Thema, was sich – insbesondere im Hinblick auf den historischen Background – spannend diskutieren liesse, was ich an dieser Stelle sein lasse. Jedoch muss klar gesagt werden, dass das Christentum – wie auch die beiden anderen abrahamistischen, als auch die fernöstlichen Religionen – auf Dogmatik in Form von “take it or leave it” basieren.

Wer nun hingeht und jahrhundertalte Schriften komplett umschreibt und sogar absichtlich ins Gegenteil verkehrt (Jesus war der grösste Kritiker der jüdischen Tradition), der modernisiert nicht die Religion, sondern erschafft eine Neue. Im Stile von Believe-it-yourself.

Da stellt sich doch berechtigerweise die Frage: What the f***?! Wenn man sich mit der Aussage der Religionen nicht abfinden kann, bleibt einem immernoch die Wahl einer Anderen, der Agnostik oder des Atheismus.