Das Jahr 2006 ist ein spezielles Jahr. Was haben wir nicht bereits erlebt im innerreligiösem Dialog? Karikaturen und darauffolgend brennende Botschaften, Papstzitate und wenn der Vatikan Botschaften hätte, so hätten die wohl auch gebrannt.
Das alleine ist traurig genug, viel trauriger stimmt mich jedoch, dass es der Westen anscheinend nicht für Nötig hält, seine jahrhundertelang erarbeiteten Werte wie Meinungs-, Kultur- und Religionsfreiheit vor dem Rest der Welt zu verteidigen. Und jetzt nimmt das ganze eine weitere perfide Stufe: Anstatt die Werte nur reaktiv nicht zu verteidigen, werden diese neu gar proaktiv aufgegeben. Guggst du Artikel in Spiegel Online:
(..) Der gerade zurückgetretene holländische Justizminister Piet Hein Donner hält die Einführung der Scharia in Holland für möglich (..) die Londoner Polizei kündigt an, sie werde zunächst ein Gremium muslimischer Community Leader informieren und konsultieren, bevor sie zu Anti-Terror-Einsätzen ausrückt, von denen Muslime betroffen sind. Und nun hat die Deutsche Oper in Berlin die Mozart-Oper “Idomeneo” vom Spielplan genommen, nachdem das Landeskriminalamt (LKA) in einer “Gefährdungsanalyse” befunden hat, dass “Störungen der Aufführungen nicht ausgeschlossen werden können”. (..) In diesem Jahr freilich haben die Karnevalsgesellschaften, die in ihrer grenzenlosen Witzischkeit keine Tabus kennen, beschlossen, kein Risiko einzugehen und auf Witze über den Islam und die Moslems zu verzichten.
Ich möchte das ganze mit einem Zitat, welches ich sehr schätze, von Benjamin Franklin abschliessen: Those who would give up Essential Liberty to purchase a little Temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.
One Comment
Diese Meinung teile ich. Ein sehr pointierter Artikel, der da im Spiegel erschienen ist, aber durch stetige und intensive Prozesse gewachsene Werte dürfen nicht wegen einiger Extremisten aufgegeben werden. Es bleibt zu hoffen, dass sich dieser Trend irgendwann ändert.