Kurzsichtige Gewinne
24/9/2006 | Roman
Ich weiss es ist mitten in der Nacht, aber irgendwie muss ich das jetzt niederschreiben, auch wenn ich dafür morgen früh den Vorwurf des Wahnsinns hören werde..
Ich war heute beim Frisör. Nichts aufregendes eigentlich, worüber sich zu schreiben lohnen würde. Eigentlich, aber beginnen wir von Vorne: Ich war bei diesem Frisör nicht zum ersten mal, im Gegenteil, ich war auf dem besten Wege zum Stammkunden. Jedesmal hochzufrieden, hab jedesmal gute Umsätze generiert (mag wohl mit meiner Liebe zu Paul Mitchel Shampoos zusammenhängen). Leider hat in der Zwischenzeit meine bisherige Bedienung gekündigt, wie gesagt: Hochzufrieden, wieso switchen? Daher hat diesmal die Chefin höchstpersönlich eine Chance erhalten.
In a nutshell: Es war ein Fehler. Nicht, weil ich einen schlechten Schnitt bekommen habe oder das Ergebnis nicht ansehnlich war. Nein, im Gegenteil, der Schnitt war noch besser wie sonst. Aber trotzdem werde ich den Laden nie wieder betreten. Die Chefin war so auf die Umsatzgernerierung und kurzfristigen Gewinn fixiert, dass sie schlussendlich mich durch falsche Versprechen zu einer neuen Variante der Meches überzeugt hat. Schlussendlich sass ich 1h länger im Laden, es hat mich 50 CHF mehr gekostet und ein Unterschied ist selbst mit viel Phantasie nicht zu sehen.
Hey, es ist ok. Ich kann verstehen, wenn jemand gerne gute Umsätze macht. Das ist legitim. Und ich bin auch für gute Dienstleistungen bereit, einen guten Preis zu bezahlen. Trotzdem erwarte ich – wie wohl die meisten Menschen – dass ich für mein Geld und meine Zeit einen Gegenwert erhalten. Als langjährige Friseuse sollte sie gewusst haben, dass sie ihre gemachten Versprechen nicht halten hätte können. Trotzdem erlag sie wohl der Versuchung von kurzfristigen Gewinnen ohne bedacht zu haben, dass sie dadurch das Risiko eingeht, den Kunden – und damit die zukünftigen Umsätze und Gewinne – zu verlieren. Schlussendlich verdient der Dienstleistungssektor sein Geld mit der Erkennung und Befriedigung von Bedürfnissen der Kunden. Und gerade die treuen Kunden sind besonders wertvoll, liefern sie doch beständig Umsätze, die besseren Margen (durch geringere Kosten) und ev. neue Kunden frei Haus.
Ich hab daraus gelernt und werde weder die Variante nochmals wählen, noch den Laden ein weiteres Mal betreten. Schade, gute Frisöre sind selten.


24/9/2006 um 9:07
es gibt manchmal Haare die gewisse Farben nicht annehmen. Hast du ihr dann nicht gesagt dass du nicht zufrieden bist? Hatte mal ein ähnliches Problem, dass mir eine Frisöse die Farbe falsch gewählt hat und man keinen Unterschied gesehen hat. Habe aber das auch erst zu Hause so richtig realisiert. Konnte selbstverständlich nochmals vorbeigehen und gratis nachfärben lassen. Würde das mal versuchen, geht sicher. Vielleicht hatte die die neue Technik noch nicht wirklich im Griff
24/9/2006 um 20:20
Nun gut, die Farbe wurde schon angenommen. Genauso wie bei der “einfacheren” Variante. Es existiert am Resultat schlichtwegs kein Unterschied zur einfachen Variante, daher sind die Mehraufwände schlichtwegs unverantwortbar.
30/9/2006 um 13:58
Ich glaub kaum, dass die Friseuse so weit gedacht hat wie du in Zusammenhang mit Umsatz und Risiko. Sie wollte dir einfach was neues zeigen (Annahme). Ok, du konntest nichts neues feststellen, bist ja auch kein Profi.
Hast du ihr das gesagt? Ich denke, sie würde dir gerne das Geld zurückerstatten. Gerade Coiffeursalons haben es heute sehr hart und verlieren Kunden sehr ungerne. Ich würde ihr sagen, dass du unzufrieden warst. Vielleicht offeriert sie ja dir den nächsten Haarschnitt.. =)