Killing in the Name

In den USA machen sich einige Kreise richtiggehend Sorgen, dass ihre Kinder durch böse Videospiele geschädigt werden:

Today, 87% of children regularly play video games. Unfortunately, as the technology has improved, making video games more and more realistic, the trend has been toward graphically violent and sexually provocative games often with dark or occult themes.

Tönt fast nach einer klassischen Marktlücke. Aber bald nicht mehr, man halte sich fest: Der erste christliche Ego-Shooter kommt diesen Herbst auf den Markt, genannt Left Behind: Eternal Forces. Moment: Christlich? Ego-Shooter? War da nicht mal was von wegen linker Backe, rechter Backe?

Anscheinend ist das nicht mehr der aktuelle Trend im evangelikalen Lager. Und so gehts in dem Spiel richtig blutig zu und her, sozusagen killing in the Name (btw. sehr geiles Song von Rage against the Maschine):

Du bist in der Zeit der Apokalypse und stehst entweder auf der “guten” (christliche) oder “bösen” (anti-christlichen) Seite. Als “Guter” ist deine Aufgabe möglichst viele Heiden – in Form von Juden, Katholiken, Homosexuellen, Buddhisten oder einfach Atheisten – zu bekehren – oder alternativ – einfach umzubringen. Naja, wieso noch lang diskutieren, wenn man doch den guten alten Flammenwerfer oder das MG hervorkramen kann..

Alternativ kannst du aber auch den Anti-Christen spielen und Christen jagen. Mit seelenfressenden Dämonen und so. Hauptsache bluttrieffend, aber bewusst Sex-Frei: Das Spiel ist ab 12 freigegeben und richtet sich nach den Ideen-Träger Rick Warren (Bestseller Autor von evangelikalen Büchern) vorallem an Jugendliche. Pikantes Detail am Rande – vorallem mit Seitenblick zur aktuellen US Regierung – ist der Anti-Christ gleichzeitig UN-Generalsekretär und Leiter der Global Peacekeepers..

Links: Kritik zum Game: take2action | Kritik zum Game: Telepolis | Ideenträger: Rick Warren | Hersteller: Left Behind Games

Zum Glück habe ich seit 6 Stunden nichts mehr gegessen..

One Comment

  1. Posted 1/8/2006 at 11:54 | Permalink

    Yeah, die guten alten Zeiten der Kreuzzüge. History repeating, oder so…