Urban Legend about MS Word
22/7/2006 | Roman
Viele Leute sind ja der Meinung, dass Microsoft nicht unbedingt die stabilste Software entwickelt. Insbesondere Word steht im Ruf, mehr als 20 Seiten nicht verwalten zu können. Da ist die Rede von “plötzlich verschiebenden Grafiken”, Abstürzen, verlorene Formatierungen und defekten Dateien. Nun, ich wollte es wissen: Ich habe vor 2 Monaten beschlossen, Word meine Diplomarbeit anzuvertrauen.
Ich kann ja LateX, ebenso ist ein Openoffice.org und sogar Abiword bei mir installiert. Es ist keine Liebe von Microsoft Produkten, eher reiner Trotz, der mich zu Word getrieben hat. Denn ich bin bis anhin der Meinung, dass 95% der Software Fehler auf PEBKAC zurückzuführen sind: Problem exists between Keyboard and Chair .
Nun gut, was ist der aktuelle Stand? Ich habe die Arbeit auf Word 2003 erstellt und sie besitzt aktuell 98 Seiten, 39 Tabellen, 29 Bilder, 4 Flussdiagramme, 4 Verzeichnisse. Abstürze: 0. Defekte Dokumente (wäre kein Problem, habe stündliche Backups): 0. Verschobene Grafiken: 0. Verlorene Formatierungen: 0.
Fazit: Probleme mit Word sind wohl zumeist selbstverschuldet. Gut, man könnte Microsoft vorwerfen, dass sie mit Word dem Anwender suggerieren, dass man ohne jegliche Schulung oder Anleitung damit komplexe Dokumente erstellen könne. Mir läuft ja der Schauer den Rücken hinunter, wenn ich Personen zusehe, die ohne Formatvorlagen arbeiten oder sogar Inhaltsverzeichnisse von Hand anlegen…


22/7/2006 um 15:40
Habe meine Bachelorarbeit ebenfalls mit Word geschrieben – auch bei mir gab es keinerlei Probleme
22/7/2006 um 16:44
was gibts gegen inhaltsverzeichnisse von hand auszusetzen?
23/7/2006 um 18:04
Du bist einfach der grösste! der G R O E S S T E! Du glaubst der Welt beweisen zu können dass man einen Text mit Word schreiben kann. Unfassbar, wirklich! Du geniesst wirklich meine höchste Achtung. Du hast der Welt einen gewaltigen Dienst erwiesen, auch zumal es ja sonst schon zu wenig Idioten gibt die auf Word setzen und die Marktmacht von Microsoft weiter stützen. Einfach brilliant.
24/7/2006 um 14:11
soso, smitty kriegts also nicht hin so ein dokument?
24/7/2006 um 16:03
Lieber Smitty
Ich lasse mich gerne auf jedwelige Diskussion rund um IT ein, aber nicht in diesem Ton.
lg
Roman
24/7/2006 um 23:36
Okay sorry, also meine sachliche Frage an Dich lautet, warum du Dich (der du es ja eigentlich besser weisst) hier als Verfechter des (meiner Meinung nach zu Recht) in Verruf geratenen Word’s von Microsoft präsentierst.
Gerade mit bereits vorhandenen Tex-Kenntnissen sehe ich eigentlich keinen nachvollziehbaren Grund, eine grössere Arbeit mit Word zu schreiben.
Und Jeanine, ich würde mal behaupten dass ich schon genug komplexe Dokumente gebastelt habe und Word von allen zur Verfügung stehenden Programmen am schlechtesten performt hat. Dies mal ganz abgesehen davon das Word auch am teuersten ist.
25/7/2006 um 1:03
Eigentlich steht die Antwort auf deine Frage schon im Beitrag:
Sturheit ist der Punkt. Vor etwa einem halben Jahr hatte ich eine interessante Diskussion über das Thema Diplomarbeit. Und da stand halt die Behauptung im Raum, es grenze an Irrsinn, seine Arbeit mit Word verfassen zu wollen. Aus den ebenfalls im Beitrag genannten Gründen.
Ich hab nun gut 5 Jahre IT-Support hinter mir und habe viel gesehen und gelernt. Und wenn dann solch absolutistische Aussagen getroffen werden, sind sie die reinste Herausforderung, widerlegt zu werden. Und genau das ist der Grund für das Ganze.
Microsoft und seine Produkte haben Verbesserungspotential, darüber muss man nicht streiten. Und oft genug hat auch dieses Blog auf Schwachstellen hingewiesen (Tipp: Suche benutzen). Aber nun kommt von vielen Seiten der irrsinnige Umkehrschluss, dass die Produkte unbenutzbar seien und die Anwender Idioten. Und das ist ausgemachter Blödsinn.
Ich bin kein Fan von Ideologien in der IT, sondern Pragmatiker. Ebenfalls halte ich nicht viel von Diskussionen auf Basis von Wunschdenken und Gerüchten, sondern bevorzuge Fakten. Und Fakt ist nunmal, dass anscheinend Word problemlos mit einem hochkomplexen Dokument mit einer – aktuell – dreistelligen Seitenanzahl problemlos klar kommt, entgegen der geläufigen Meinung.
26/7/2006 um 21:21
Okay, demfall viel Spass noch mit Meicro$oft Wörd. Vielleicht war tex wohl doch ein wenig zu anspruchsvoll für dich?*
Bin übrigens auch ein Pragmatiker, und gerade deshalb habe MS Office schon lange von meiner Platte gelöscht…
*Sorry, couldn’t resist
26/7/2006 um 21:40
Naja meine Begeisterung für TeX hielt sich immer in Grenzen. Ich mag ja eigentlich die Bearbeitung im Quelltext – nicht umsonst editier ich sämtliches HTML, php und CSS in einem einfachen Texteditor – aber das System mit den Packages ist einfach nur mühsam. Auch für wissenschaftliche Arbeiten gibts IMHO bessere Systeme, für professionelles Publishing sowieso. Aber lassen wir das.
Du hast Office gelöscht? Glückwunsch. Ich war durch meine Arbeit die letzten 5 Jahre darauf angewiesen. Denn leider gibts keinen Importfilter in anderen Programmen, der diese Bezeichnung tatsächlich verdienen würde, weder bei .doc, .xls oder .ppt. Und wenn du nunmal pro Tag im Schnitt 4-5 Office Dokumente zugemailt bekommst, hast du keine Chance.
26/7/2006 um 22:37
Tex hat auch seine Macken, das ist klar. Aber es ist im Gegensatz zu Word offen und unzählige Tools erweitern seine Funktionalität, und ich kenne kein weiteres kostenloses System welches mit Texten quasi arbiträren Umfangs und Komplexität zurechtkommt.
“Du hast Office gelöscht? Glückwunsch. Ich war durch meine Arbeit die letzten 5 Jahre darauf angewiesen. Denn leider gibts keinen Importfilter in anderen Programmen, der diese Bezeichnung tatsächlich verdienen würde, weder bei .doc, .xls oder .ppt. Und wenn du nunmal pro Tag im Schnitt 4-5 Office Dokumente zugemailt bekommst, hast du keine Chance.”
Ja, hab ich. Fahre seither mit OpenOffice ganz gut, wenn auch dies nicht vollkommen ist. Habe geschäftlich auch mit Word- und Excel-Files zu tun, und die konnte ich eigentlich immer ganz anständig öffnen, auch wenns halt den einen oder anderen Darstellungsfehler gab. Ausgehende Dokumente sind heute ja sowieso in PDF üblich, welche sich im Gegensatz zu MS Office mit OpenOffice sekundenschnell und ohne Zusatzsoftware erstellen lassen.
Meinen ersten, zugegebenermassen etwas hässigen Post habe ich vor allem aus Ärger darüber geschrieben, dass an und für sich kompetente Leute dann am Schluss doch noch für Microsoft Software quasi Lobbying betreiben, aus was für Gründen auch immer. Es ist mir auch klar dass es im Büroalltag häufig der einfachste und günstigste Weg ist, Windows und MS Office zu wählen. Aber das Problem ist dass wir nie aus dem Teufelskreis der MS-Marktmacht ausbrechen können, wenn jeder so denkt.
27/7/2006 um 10:27
Wie war das nochmals mit Monopol und Wohlfahrtsverlust?
Bedenkt doch mal: Wer Microsoft unterstützt, fördert die Monopolbildung
27/7/2006 um 13:59
@Smitty:
Oder aber du musst Excel Sheets mit einem halben Dutzend Makros bearbeiten bzw. damit arbeiten? Das sind nur zwei Szenarios, mit denen ich mich die letzten Jahre tagtäglich rumschlagen musste.
Klar sind heute die meisten ausgehenden Dokumente PDFs. Nur was, wenn du die Person bist, die sie erstellen muss.
Ich kann deinen Ärger nachvollziehen, ich bin nicht addicted to Microsoft. Und der Post oben sollte nicht der Lobbyarbeit dienen. Ich diskutiere gerne über die Vorteile von diversen Ansätzen, aber sachlich. Und sachlich gesehen ist das Produkt Office absolut tauglich den anfallenden Büroalltag zu bewältigen. OpenOffice ebenfalls, nur ist es halt die strikt schlechtere Wahl, wenn du auf die MS Formate angewiesen bist.
Ich fuhr deshalb – bis jetzt die letzten Monate – halt die Variante MacOS X und MS Office. Für mich aktuell der beste Kompromiss, denn ich liebe Unixiode Systeme. Sowohl auf dem Desktop wie auf Servern. Wobei auch da wiederum sich die Frage des Anwendungsgebietes stellt: Wenn du Groupware brauchst, führt der Weg kaum an Windows-Servern vorbei..
@Zinsfuss:
Ok, du kommst mit Makro, dann antwort ich dir halt mit Mikro: Wenn du die Entscheidungen deiner Umwelt nicht in dein Nutzenmaximierungskalkül miteinbeziehst, stellst du dich strikt schlechter.
28/7/2006 um 18:45
“Wenn du die Entscheidungen deiner Umwelt nicht in dein Nutzenmaximierungskalkül miteinbeziehst, stellst du dich strikt schlechter.”
Wie funktioniert das?
29/7/2006 um 11:53
Ach ne, das solltest du doch wissen… simple Spieltheorie..
Kleine Empfehlung für die wichtigsten Grundlagen der fortgeschrittenen Mikro:
Jehle, Geoffrey A. / Reny, Philip J. (2001): “Advanced Microeconomic Theory”, Second Edition, Boston 2001.
30/7/2006 um 9:09
Eehm… http://de.wikipedia.org/wiki/Spieltheorie das???
Ich bin kein Mathematiker wie du!!Wie funktioniert das?
30/7/2006 um 9:32
Spieltheorie war mal ein mathematisches Gebiet, heute wirds der Mikroökonomie zugerechnet. Wie gesagt: Schau in die Literatur, gibt mehr wie genug dazu. Gerade der genannte Jehle ist formal gesehen relativ harmlos.
31/7/2006 um 13:15
Erklär das doch rasch, wenn es so einfach ist. Ich bin keine Mikroökonomin aber mich nimmt deine Spieltheorie-Argumentation wunder.
1/8/2006 um 1:11
Einfach ist’s schon, nur braucht die Erklärung trotzdem viel Platz
Trotzdem in a nutshell: Wenn du an Pfingsten ins Tessin willst aber Stau nicht magst, überlegst du dir auch zu Zeiten zu fahren, in denen sicher niemand fährt. Sprich: Du schaust dir die möglichen Entscheidungen der Anderen Leute an, bevor du selbst entscheidest.
Genau dieselbe Problematik stellt sich auf dem Office-Markt: Die optimale Entscheidung bedingt die Abwägung, wieviel Interaktionen du mit deiner Umwelt in Form von MS Office Formaten du hast. Wenn du nur zu Hause ein Briefli an Tante Emma schreiben musst und sonst nie Dokumente von anderen erhälst, rentiert sich eine MS Office Lizenz kaum. Wenn du aber auf das fehlerfrei öffnen und weiterverarbeiten von MSOffice Formaten angewiesen bist, dann kommst du nicht um eine Lizenz drum rum, auch wenn es für dich nicht das präferierte Produkt wäre.
12/8/2006 um 3:10
leider muss ich smitty beipflichten… du bist wohl der größte.
denn trotz aller anstrengungen meinerseits (formatvorlagen, automatische Nummerierungen, Makros und der ganze schnickschnack) schmiert word (XP) mittlerweile fast täglich reproduzierbar ab. das ging ab 50 seiten los. zu dem zeitpunkt waren es 10 Abbildungen. und nur recht wenige formeln und tabellen.
zu reproduzierbar: ja, ich könnte mir merken, was ich alles nicht tun darf, aber es ist nunmal so, das man manchmal einfach etwas gewohnheitsmäßig tut (z.B. zoomen per mausrad, bei einem geöffneten eingebetteten diagramm).
wenn word dann dabei abstürzt ist das umso fataler.
es wird mit word auch nie langweilig, denn ständig kommen neue aha erlebnisse der form “guck an, dabei stürzt es auch ab. isnichwahr… wo war doch gleich meine sicherheitskopie?”…
selbst wenn es so sein sollte, dass das problem zwischen stuhl und tastatur sitzt, so sollte word imho zwar meckern dürfen, NIEMALS aber jedoch einfach ganze dokumente auffressen! meine stündlich bis halbstündlichen sicherheitskopien haben mir schon so manchen seite gerettet.
die sicherheitskopien von word selber hingegen waren entweder leer oder vom vortag (und das habe ich bestimmt so nicht eingestellt. angegeben hab ich alle 10 min…).
mit latex hab ich mich auch schon probiert, muss aber sagen, dass sich ein text wesentlich komfortabler schreiben lässt, wenn man sieht was man tut. dies gilt natürlich nur solange es nicht ständig abstürzt.
ich bereue es meine arbeit mit word zu schreiben, aber ich wüsste auch nicht wie ich es besser hätte machen sollen.
MS muss halt noch ne menge verbessern. von einstampfen würde ich nie reden.
just my two cents.
enrique
PS: falls es schon mathematisch-ökonomisch wird:
.
sehr wohl kann eine aussage zufall gebracht werden, wenn nur ein gegenteiliger fall bekannt ist, anderherum gilt dies aber zum glück nicht. das heisst ein bewiesener fall macht noch keine aussage (so hier zu 95% geschehen
12/8/2006 um 5:08
Ich finde es ja eine spannende Sache, dass Aussagen immer nach dem eigenen Gusto interpretiert werden. Hey, menschlich und so, klar.
Zu deinen eigenen Abstürzen: Du wirfst mir genau das vor, was du selbst machst: Denn du hast keine Evidenz, dass dein Word-Problem irgendwas mit Word per se zu tun hat, trotzdem schlussfolgerst du eben dieses. Denn Word selbst setzt auch nur auf deinem Betriebssystem und dieses wiederum auf deiner Hardware auf, wobei du ohne spezifische Tools oder Vergleichssysteme unmöglich die tatsächliche Ursache für deine Instabilitäten finden kannst. Hey, es kann durchaus sein, dass dein Graphikkarten-Treiber die Ursache dafür sein kann, aber auch defekte Sektoren auf deiner Festplatte oder ein fehlerhaftes RAM. Oder vielleicht doch die benutzte Grafiklibrary von Windows?
Das ist auch das Dilemma beim Nachweisen von Fehlern in einem Gesamtsystem: Eine Aussage über Fehler einzelner Module kann nicht aus dem Stehgreif und ohne weitere Untersuchungen getroffen werden. Wohingegen bei Fehlen von Fehlern (schöner Satz
) durchaus davon ausgegangen werden kann, dass einerseits die Module des Systems, als auch die entsprechenden Schnittstellen ihre Aufgabe erfüllen (was wiederum aber keine Aussage zu Fehlerfreiheit an sich ist).
Trotzdem wirds jetzt langsam sehr (wissenschafts-)theoretisch. Daher lass ich das mal fürs erste. Du selbst hättest ja gerne Alternativen zu Latex und Word benutzt. Nun, die gibts wie Sand am Meer, du hast wohl einfach nicht gut genug gesucht. Als Beispiel wolltest du Latex mit WYSIWYG Editor. Gibts! Z.B. Scientific Word. Oder doch eher kein Latex? Du hättest andere proprietäre Programme nutzen können, welche die Anforderungen erfüllt hätten, wie z.B. Papyrus, Abiword, TextMaker oder das allseitsbekannte Openoffice. Und das wäre mal nur die gröbste Auswahl..
Also sag nicht, du hättest keine Wahl gehabt…
12/8/2006 um 19:27
tja wer hier wohl was interpretiert…
ich wollte dir auch nichts vorwerfen. lediglich kritisch anmerken, dass die 5% schon ärgerlich genug sein können. und ein gegenbeispiel hilft vielleicht auch dir bei der einschätzung der situation weiter.
richtig ist sicherlich, dass eigentlich ein kurs notwendig wäre um word korrekt zu verwenden. ob das nun wiederum sinnvoll ist, oder nicht rückschlüsse auf benutzerfreudnlcihkeit eines programmes zulässt…
wie dem auch sei: wenn word abstürzt… und nur word, ist es äußerst(!) unwahrscheinlich, dass eine defekte graka etc. damit zu tun hat.
und wenn dieses programm (Word) so toll ist, wie angepriesen, dann würde es wegen einer illegalen aktion nicht gleich die schotten dicht machen und dem user das produzierte entziehen!
das hat man bei MS ja auch eigentlich schon begriffen (man möge sich an die bluescreen phase mit 98 erinnern und dann die wundertat mit XP!). warum das bloss bei word noch nicht angekommen ist?
zu den alternativen: ich gebe dir recht, dass ich mich nicht gut umgesehen habe. ich hatte aber keine lust auf experimente, denn dazu ist die zeit – vielleicht auch bei dir – einfach zu kurz. kurz gesagt, ich habe mich darauf verlassen, dass word wohl dazu in der lage sein sollte. pustekuchen.
vielleicht probiere ich eine deiner zahlreichen alternativen mal aus. schreib doch mal, welches Dir persönlich davon am besten gefällt, dann weiss ich wenigstens wo ich anfangen kann.
13/8/2006 um 9:45
Mir persönlich gefällt TextMaker am besten. Ich nutz es persönlich sehr oft. Ist relativ ähnlich wie Word und Openoffice, aber viel schlanker, schneller, flotter. Der Download selbst hat ja auch nur 10MB, wovon 8MB auf die Rechtschreibprüfung drauf gehen. Trotzdem kann es – beinahe – alles.
Aber klar ist natürlich, dass in deinem Fall das ganze sehr ärgerlich ist. Und ich muss dir leider sagen, dass das die mit Abstand häufigste Ursache für Software-Instabilitäten tatsächlich in Treiber-Problemen und schlechten RAM-Modulen liegt. Gibt dazu btw. auch zig Studien.
Du sagst, es wäre die Aufgabe von Word, diese Fehler abzufangen. Find ich nicht. Das Lenkrad kann auch nichts dafür, wenn das Auto nicht startet wegen leerer Batterien. Solche Instabilitäten aufzufangen, bzw. gar nicht zu ermöglichen, das wäre die Aufgabe des Betriebssystems. Und ich sage nichts neues, dass das Treibermodell von Windows bis und mit XP eine Katastrophe ist. Es kostet halt Geld, Treiber programmieren und nicht einfach schlampig zusammenzubasteln und leider lässt Windows diesen Lapsus gewähren. Sieht man auch, dass vergleichbare Hardware auf Linux und Mac OS X besser läuft, als unter Windows. Oder aber dass sog. Business Hardware oft 10-50% teurer ist “fürs gleiche”, aber dementsprechend auch gut läuft. Das ist auch der Grund, wieso ich allen Leuten immer diese empfehle, aber meist bei denen die “Geiz ist Geil”-Mentalität überwiegt und sie halt 300 Franken bei Kauf eines Notebooks sparen und dementsprechend oft Probleme haben..
Der langer Rede kurzer Sinn: Klar muss sich Microsoft für die Fehler in ihren Produkten an der Nase nehmen und du hast mich falsch verstanden, dass ich Microsofts Produkte anpreise. Im Gegenteil, ich persönlich würde gerne auf Microsoft-Produkte verzichten, da ich ein grosser Fan von Unix-Systemen bin. Trotzdem bin ich halt auch Pragmatiker und unter gegebenen Umständen läuft auf meinem Notebook halt auch ein XP samt Office.
13/8/2006 um 13:30
Um nochmal auf die Sache mit den Beweisen zurückzukommen: in der Mathematik ist es üblich, das ein Gegenbeweis ausreicht, um etwas zu wiederlegen. Andere haben den Gegenbeweis geführt, in dem sie Word genutzt haben und es abgestürzt ist. Das habe ich vor Office 2003 auf Sauber installierten und 100% funktionsfähigen Systemen reproduzierbar gesehen.
Office 2003 ist dagegen für größere Arbeiten gut verwendbar, ABER: Word ist ein Resourcenfresser. Ein Dokument mit 50 Grafiken und 170 Seiten ist 44MB groß und frisst noch mehr Hauptspeicher (so gesehen bei meiner Freundin!!) Ein vergleichbares LaTeX Dokument ist mit Grafiken einen Bruchteil so groß (2MB). Zusätzlich bringt LaTeX Funktionen mit, die ich bei Word vermisse (Literaturverzeichnis, Formeln, Fließumgebungen für Abbildungen und Tabellen).
Ausserdem gibt es auch bei Word 2003 noch Fehler, die in die Welt des unerklärlichen gehören: der Fußnotenbug existiert noch immer und andere kleine Kuriositäten (Inhaltsverzeichnis erscheint immer wieder in Arial statt in Times, obwohl man das anders eingestellt hat). Word 2003 sei nicht benutzbar ist natürlich eine Urban Legend, dazu nutzen es zu viele erfolgreich für große Dokumente. Aber das es immer sauber funktioniert ist damit noch lange nicht bewiesen.
Ich nutze ausserdem LaTeX für meine Diplomarbeit und kann mich bis auf die wenig intuitiven Tabellen nur positiv darüber aussprechen.
Nur meine Gedanken dazu
Gruß
Philipp
13/8/2006 um 17:50
nunja. wir nähern uns ja. so verschieden wie angenommen scheinen die meinungen ja nicht zu sein…
ich will keine hasstiraden auf MS produkte anführen. liegt mir fern. im gegenteil ich teile deinen pragmatischen ansatz.
zu gerne hätte ich genug zeit mich auch mit linux so zu verständigen, wie ich es mit MS produkten mittlerweile kann.
das ist jedoch etwas was reift, viele sachen kann man gar nicht erlernen und ich behaupte einfach mal, das Computer experten wissen zu 75% aus erfahrungen besteht. die kann man halt nur selten durch lesen oder lernen ersetzen. daher bleibt es bis zur langzeitsarbeitslosigkeit wohl bei MS…
zurück zum thema: ich behaupte mal, dass wenn mein PC relativ selten (so gut wie nie) den blauen absturz probt, es aber nach einigen komplexeren aufgaben in word fast täglich soweit ist, dass es kaum an der hardware oder irgendwelchen treibern liegt (sorry für den bandwurm satz…)
ich glaube dir, dass treiber eine häufige problemursache darstellen. generell. aber word zeigt sich in diesem falle mit einfachsten aktionen zum abschmieren bereit. dass das mit hardware im zusammenhang stehen soll, oder gar treibern… schwer vorzustellen. das wäre mir doch vielleicht auch sonst mal aufgefallen, bei einer der millionen sachen, für die mein PC mittlerweile herhalten muss.
ich wünsche dir noch erfolgreiche 7 tage (bei mir sinds ebenfalls noch 7). auf das mich word nicht mehr allzuoft mit wiederhergestellten dokumenten beglücken möge.
gruss
enrique
PS: auf autovergleiche lasse ich mich schon lange nicht mehr ein. das führt zu nix.
14/8/2006 um 7:36
Ach ich liebe ja Autovergleiche. Der Vorteil ist da, dass viele die wichtigsten Grundlagen wissen (müssen) und man sie vielfältig verwenden kann. Aber vielleicht sollte ich mir mal was anderes suchen.
Philipp: Mein aktuelles 132 Seiten und 148′000 Zeichen starkes Dokument hat läppische 3904 KB. Meine Semesterarbeit mit 60 Seiten und 66′000 Zeichen läppische 1075 KB. Wobei ich aber auch .docs angetroffen habe, die es auf 1-2 MB pro Seite gebracht haben, manchmal ohne ersichtlichen Grund.
Der Ressourcen-Hunger bei Microsoft-Produkten ist aber nichts neues, das ist auch der Grund, wieso ich seit Jahren mit 1GB RAM arbeite, was ich wohl bald verdoppeln werde. Wobei wenn ich mir anschaue, wie Firefox und Thunderbird mir den Speicher vollschreibt, ist anscheinend im Closed- wie im OpenSource Lager die Zeit von effizienter Ressourcenallokation vorbei. btw: Die von dir angesprochenen fehlenden Funktionen hab ich bisher nicht bemerkt. Das meiste ist vorhanden, wenn auch oft nicht nicht ganz intuitiv zu finden. Wobei natürlich fairerweise gesagt werden muss, dass in komplexen Layouts und der Literaturverwaltung LaTex deutlich besser abschneidet.
Enrique: Ich geb meine Arbeit wohl schon am Donnerstag ab. Freitag und Montag ist das Dekanat geschlossen und ich hab definitiv keine Lust, das per Post zu schicken (3x 130 Seiten eingeschrieben sag ich nur). Ich kann die Erfolgswünsche nur zurückgeben und hoffe, dass dir dein Word keine weiteren Probleme macht.
Und 75% ist eine optimistische Schätzung, ich glaub der Prozentsatz liegt höher
30/8/2006 um 18:16
Ich muss sagen das ich noch nie (ärger mit ms Word) hatte. Meine Texte sind über 500 Seiten Lang, und noch nie ist was passiert, dennoch habe ich die Sicherung auf alle 10 min eingestellt;) Als ein zigstes muss ich bemängeln das Word eine Miserable Rechtschreibprüfung hat und von der Grammatik müssen wir gar nicht erst reden.
Meine Frage dazu gibt es ein Word Programm was in der Rechtschreibung besser ist?
31/8/2006 um 6:31
Rechtschreibprüfung – vorallem die grammatische – ist eine hochkomplexe Aufgabe für eine Software. Denn – bis auf Latein und vielleicht Experanto – sind unsere Sprachen alles andere als rational aufgebaut. Ich mein schau dir alleine die neue, neue deutsche Rechtschreibung mal genauer an: “Strom sparend” aber “energiesparend”? Da kommen ja gar die Hardcore-Germanisten an ihre Grenzen..
Ich kenne jetzt nur eine Erweiterung für die Rechtschreibung, das ist der Duden Korrektor. Der sei aufgrund div. Tests ind div. Heftchen besser, ausprobiert habe ich ihn aber bisher noch nicht.
31/8/2006 um 13:29
Ich habe ein 504-seitiges Handbuch mit ca. 300 Grafiken. Das wurde mit word2000 auf win98 erstellt (mit wenigen Abstürzen).
Mit Word2000/2002/2003 hab ich viels Dokumente auch unter XP problemlos erstellt.
ABER:
Dieses Handbuch ist unter XP auf mehreren Rechnern nicht mehr zu bearbeiten (weder w2000, w2002, w2003).
Ich bin ratlos und stinksauer. Es scheinen Probleme mit der Speicherverwaltung zu sein.
Eine Neuinstallation von w2003 auf einem Rechner mit 1,5GB Arbeitsspeicher brachte auch nichts.
So etwas darf einer Firma, die den gesamten Quellcode, auch des Betreibssystems, zur Verfügung hat, nicht passieren.
Das Problem liegt letztlich in der C-Programmierung, die schlampiges Programmieren zulässt und sogar fördert.
31/8/2006 um 14:27
Ich weiss gar nicht, in welcher Programmiersprache Office an sich programmiert wurde (C++ scheint mir realistischer wie C).
Trotzdem kann man IMHO Probleme nicht in einer fehlertoleranten Sprache suchen, sondern bei den verantwortlichen Programmierern. Schliesslich beinhaltet Fehlertoleranz nicht, dass bewusst schlampig programmiert werden soll, sondern lediglich, dass zufällig schlampige Programmierung geduldet wird.
Ich denke, es wäre für MS an der Zeit, sowohl Windows als auch Office “from Scratch” neu zu programmieren. Leider glaube ich kaum, dass dies tatsächlich passieren wird. Man hat u.a. auch Versprochen, der IE würde komplett neu programmiert werden, jedoch wurde kürzlich herausgefunden, dass identische Fehler im IE6 wie in der IE7 Beta vorhanden sind.
Naja, lassen wir das. Was du mit deinem Handbuch tun solltest? Ich würde eine virtuelle Maschine (VMWare z.B.) aufsetzen und dort Win98 samt Word2000 aufsetzen und das Dokument darin in ein verträglicheres Format umwandeln. Alternative: Du druckst das Handbuch aus und versuchst es via Scannen und OCR (ich empfehl da den FineReader), dass dir direkt ein office2003 kompatibles .doc liefert.
4/9/2006 um 16:13
Momentaner Stand:
OpenOffice 2.0 kann das Hanbuch importieren.
3 wmf-Grafiken mußten neu importiert werden wg. falscher Linienstärken, die restlichen ca. 297 Grafiken sind ok (JPG, BMP und WMF).
Sonst wesentlich schneller beim Laden und direkter PDF-Export. Die exportierte PDF-Datei sieht gut aus.
Ich bleibe dabei: C taugt nichts (ich selbst programmiere sehr viel mit Delphi).
Überspitzt formuliert: Man könnte auch Brücken ohne Geländer bauen, in den meisten Fällen wäre das kein Problem.
4/9/2006 um 20:34
Delphi gibts noch?
Hab damit mal vor ca. 9 Jahren was gemacht, aber seitdem ist’s irgendwie still geworden. Vorallem nachdem Borland die Turbo Linie begraben hat (wobei diese ja dieses Jahr noch wiederauferstehen soll..).
Aktuell halte ich Java als einen der durchdachtesten Ansätze. Aber ich bin ja eher der Allrounder als der Programmierer..
23/10/2008 um 16:51
Also ich hatte mit den ganzen Office-Anwendungen noch nie größere Probleme, wenn man von der Formatierung mal absieht aber die laufen bei mir alle stabil. Windows als Plattform im Allgemeinen und Speziell Vista ist da schon eher ein Problem. Mein letzter Laptop kam mit Vista Home Premium Edition und ab und zu stürzt der einfach ohne Vorwarnung ab, meist mit Bluescreen, beim DVD-Schauen oder wenn ich ne Email schreibe. Vista ist bei mir sowas von instabil, es ist der Hammer.