Kampf den Dämonen
21/7/2006 | Roman
Ich bin grad eben auf einen interessanten Beitrag der Sendung Panorama (ARD) gestossen:
Kampf den Dämonen – Radikale Christen in Deutschland
Am Rechten Rand gibts auch den Link zum Video. Einige werden sich über das Video garantiert aufregen und es als Diffamierung ansehen, andere werden sich belustigen darüber. Und trotzdem mache ich hier darauf aufmerksam, gerade weil das Video sehr provokativ ist. Man mag zwar die Aussagen der Einzelnen nicht verstehen, trotzdem appeliere ich hier ein wenig an den Respekt unter den Mitmenschen. Denn schlussendlich ist das Ganze für die Betroffenen selbst kein Spass, sondern bitterer Ernst.
Ich bezeichne dein Beitrag mal als berechtigte Kritik, womit ich natürlich einigen Personen vor den Kopf stossen werden. Natürlich sind ist das Video – wie in beinahe jedem Beitrag der Medien – durch den Autor subjektiv geprägt und demensprechend überzeichnet. Aber trotzdem sind die Aussagen, die im Video fallen, nicht erfunden, sondern Realität, welche genannt werden muss.
Ich möchte hier jedoch selbst keine weitere Kritik über Radikalität im Leben und insbesondere im Christentum ausführen, obwohl sie mir – ehrlich gesagt – sehr auf der Zunge liegt. Ich glaube nur, es ist noch nicht der richtige Zeitpunkt dazu. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle wieder einmal zitieren. Ich bin ja insgeheimer Fan von intelligenten Zitaten, denn manche Aussagen wurden schon zur Perfektheit durch Andere formuliert und man nur verlieren kann, wenn man selber versucht, dies in Worte zu fassen:
„Gott“ – Ja, es ist das beladenste aller Menschenworte. Keins ist so besudelt, so zerfetzt worden. Gerade deshalb darf ich darauf nicht verzichten. Die Geschlechter der Menschen haben die Last ihres geängstigten Lebens auf dieses Wort gewälzt und es zu Boden gedrückt; es liegt im Staub und trägt ihrer aller Last … Wo fände ich ein Wort, das ihm gliche, um das Höchste zu bezeichnen! Nähme ich den reinsten, funkelndsten Begriff aus der innersten Schatzkammer der Philosophie, ich könnte darin doch nur ein unverbindliches Gedankenbild einfangen, nicht aber die Gegenwart dessen, den ich meine, dessen, den die Geschlechter der Menschen mit ihrem ungeheuren Leben und Sterben verehrt und erniedrigt haben. Ihn meine ich, ja, ihn, den die höllengepeinigten, himmelsstürmenden Geschlechter des Menschen meinen.
Wir müssen die achten, die es verpönen, weil sie sich gegen das Unrecht und den Unfug auflehnen, die sich so gern auf die Ermächtigung durch “Gott” berufen; aber wir dürfen es nicht preisgeben. Wie gut läßt es sich verstehen, daß manche vorschlagen, eine Zeit über “die letzten Dinge” zu schweigen, damit die mißbrauchten Worte erlöst werden! Aber so sind sie nicht zu erlösen. Wir können das Wort “Gott” nicht reinwaschen, und wir können es nicht ganzmachen; aber wir können es, befleckt und zerfetzt wie es ist, vom Boden erheben und aufrichten über einer Stunde großer Sorge.
(„Gott“ aus Martin Buber: Begegnung)


21/7/2006 um 19:09
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