Ich habe fertig
26/6/2006 | Roman
Mit dem Ausscheiden der Schweizer endet auch die WM für mich. Nicht weil mich das Ausscheiden dermassen aufregen würde, sondern weil mir heute klar wurde, wie sehr mich diese WM eigentlich enttäuscht. Ich stell provokativ die Frage: Ist DAS noch Fussball?
Fangen wir mal an mit den bisherigen Achtelfinals: Welche Mannschaft hat sich den Sieg wirklich verdient? Etwa Italien, dessen Sieg auf überlanger Nachspielzeit und gesuchtem Elfmeter lag? Etwa Portugal, dessen Sieg aufs härtere Prügeln auf dem Platz basierte? Etwa England, dessen Sieg auf Becks Ausnahmefähigkeit basiert? Etwa die Ukraine, dessen Sieg auf Strafraumbetonieren zurückzuführen ist? Oder etwa Argentinien, die nicht zauberten wie gegen Serbien Montenegro, sondern eher holzig über den Platz strampelten. Und auch wenn es mir nun schwer fällt, dies so zu sagen, aber einzig Deutschland war es, die den Sieg ehrlich erkämpft haben.
Nein, dass kann es nicht sein. Was sahen wir schon an dieser WM: Ein Spieler, der 3 gelbe Karten bekam. Ein Spiel mit insgesamt 16 gelben Karten und 3 Platzverweisen, dass an Brutalität einem Eishockey-Match glich. Zahlreiche gegebene und eben nicht gegebene Elfmeter.
Schlussendliches Fazit dieser WM: Du musst nicht Fussball-spielen können, du brauchst einfach das Glück, einen halbwegs fähigen Schiedrichter zu haben (oder Einen, der wenigstens den Gegner ungerecht behandelt) und ein wenig Zufall, dass der Ball doch im gegnerischen Goal landet..
Amüsantes neben dem Rasen
25/6/2006 | Jeanine
Der Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH) hat dem Fernseh-Moderator Beni Thurnheer für eine verbale Entgleisung bei der Kommentierung des WM-Spiels Südkorea – Schweiz die gelbe Karte gezeigt.
(ap) Mit seiner Bemerkung bei der Verarztung des verletzten Spielers Philippe Senderos, nun müsse aber ein richtiger Arzt hin und «nicht bloss ein Handarbeitslehrer» habe Thurnheer die Würde eines ganzen Berufsstandes verletzt, heisst es in einer Mitteilung vom Sonntag. Der LCH erwartet vom Schweizer Fernsehen eine öffentliche Entschuldigung für diesen Ausrutscher.
Die Lehrerschaft habe zwar Sinn für Humor und Toleranz bei sprachlichen Unbeholfenheiten in Stresssituationen. Es sei aber weder sportlich noch vom Unterhaltungswert her zu rechtfertigen, mit Diffamierungen zu arbeiten.
Die meisten Augen sind ja momentan auf unseren nördlichen Nachbarn gerichtet; besser gesagt auf Männer in lustigen kurzen Hosen, die alle wie wild einem einzigen Ball hinterher rennen. Aber auf Sinn und Unsinn dieses Spiels will ich eigentlich gar nicht hinaus. Denn auch neben dem Rasen läuft viel Amüsantes, wie ihr dem obigen Artikel entnehmen könnt.
Handarbeitslehrer in Ehren (wir alle sind schliesslich unendlich froh, können wir Socken stopfen und Tischdecken häkeln, oder?), aber eine offizielle Entschuldigung wegen solch einer Bagatelle zu fordern find ich doch schon seeehr “speziell”. Aber wie auch immer, zumindest Senderos ist sicherlich froh, von einem Arzt und nicht mit einer Stricknadel geflickt worden zu sein
Bye Bye IEW
24/6/2006 | Roman
Gestern hatte ich meinen letzten Tag am IEW. War eine schöne – anstrengende und herausfordernde – Zeit, aber jetzt freue ich mich auf Neues. Lustig ist ja, dass mich das IEW irgendwie auch geprägt hat. Vorher fand ich Mikroökonomik zwar auch davor schon “ok”, aber wirklich gepackt hat’s mich erst, seit ich das jeden zweiten Tag selber erlebte..
Hopp Schwiz!
22/6/2006 | Roman
*sing* Kööööbi Köööbi nationaaaaal ..
[mygal=hoppschwiz]
Die besten WM Videos
19/6/2006 | Roman
Landrover-Blindheit
13/6/2006 | Roman
Ja, Landrover sind hässlich. Aber blind wird man davon per se nicht. Vielleicht, weils noch koreanische Hersteller gibt, die noch hässlichere Autos produzieren, was ungemein abhärtet. Aber lassen wir das. Trotzdem besitzt ein Landrover enormes Blindheits-Potential. Aber mal die ganze Story:
Ich fahr heute Winterthur – Zürich auf der linken Spur, überhol einige Basel-Städter und Appenzeller. Normalzustand eben, wie man ihn so kennt. Dann taucht dieses Phallussymbol von Auto auf. Und wie es so Phallussymbole aka Ungetümer halt an sich haben, müssen sie nicht nur enorm helle Scheinwerfe, sondern diese eben auch 20cm höher als ein normales Auto verbaut haben. Bei einem anständigen Auto ist das in etwa die Höhe der Heckscheibenmitte. Also, dieses Monster hats wohl eilig und fährt mir 2m an die Heckscheibe ran. Und da anscheinend halb Basel als Hobby “schleichen auf Zürcher Autobahnen” zu haben scheint, gehts halt nicht aus mit Ausweichen. Also gab ich Gas.
Aber das reicht einem Landrover-Besitzern anscheinend nicht. Wer das Geld zum Fenster rauswerfen kann (sonst würd er sich ja keinen Landrover kaufen), kann auch Geschwindigkeitsbussen zahlen. Also gabs halt mehrfach die Lichthupe mehrfach gegen mich gedonnert. Und da aus irgendeinen – durch die Evolution übriggebliebenen – Reflex Otto Normalfahrer immer ins gleissende Licht des Rückspiegels schaut, tat ich es halt auch. Langer Rede kurzer Sinn: Landrover-Blindheit.
Ferien in Sicht
13/6/2006 | Jeanine
Ja, auch wir gönnen uns diesen Sommer wieder einige Tage Ferien. Zuerst gehen wir für 4 Tage ins Südtirol, genauer gesagt in ein Wellnesshotel. Ich freue mich schon auf den Pool:

Doch auch die Massagen, Bäder und Buffets werden sicherlich nicht ohne sein. Da wir heute gefunden haben, dass 4 Tage doch eher kurz sind, machen wir auf unserer Rückreise noch einen Halt von 4 Tagen im Hotel du Lac in Locarno (das gelbliche Haus links auf dem unteren Bild). Somit werde auch ich endlich einmal im Tessin gewesen sein, wird auch langsam Zeit

Kathrina meets Nürnberg
11/6/2006 | Roman
Ich hab diese Woche einige Reflexionen zum Rock im Park versprochen. Naja, die Zeit war knapp, aber für Eine hat sie gereicht, genauergesagt für diese.
Vielleicht hat jemand ein wenig Anfangs Woche die Boulevard Nachrichten im TV verfolgt. So von wegen “der Tag danach”. Oder wie ichs nenne “Kathrina reloaded” in Anlehnung an New Orleans. Der hat sicher einen guten Eindruck, worauf ich hinaus will: In New Orleans ging die Stadt in Fluten von Wassern, in Nürnberg in Müll und Chaos unter.
Dazu vielleicht eine kleine Vorinformation: Das Festival findet ja “im Park” statt und das ist mehr oder minder ernst gemeint. Genauergesagt im Reichsparteitagsgelände von Hitler himself ausgedacht. Und nachdem das Ganze ein Jahrzehntlang als Müllhalde diente (vorallem der Silbersee, der heute noch toxisch ist) entstand da ein wunderschöner Park. Und das macht einerseits auch die Stimmung des Festivals aus, andererseits fragt sich der normaldenkende Mensch: Wieso wird jedes Jahr – Hitlers Niedergang zum Trotz – dieses wunderbare Gelände wieder zum Schlachtfeld degradiert?
Und das ist nicht übertrieben. Spätestens ab Freitag Mittag wandelt und lebt man im Müll (am Sonntag gibts ein kleines Sauberkeitshoch – viele geben da ihren Müllsack ab) und am Montag “danach” siehts desaströs aus. Kurz und gut zusammengefasst: Würde Rock im Park mehr als 1 Woche dauern, würd die Cholera ausbrechen. Guggst du:

Schöner Anblick, gell. Aber das ginge ja noch. Wirklich. Ich mein ok, wir Schweizer sind Sauberkeitsfanatiker, aber man gewöhnt sich recht schnell an die “Wegwerf”-Kultur und wird selbst ein Teil davon. Ist auch kein Wunder, wenn zwar Müllsäcke an die Besucher verteilt werden, die aber bei der Rückgabe oft um ihr gezahltes Pfand gebracht (siehe parkrocker.net Thread) und zusätzlich sonst keine grossen Abfallbehälter – weder am Zeltplatz, noch an den Bühnen und dem Weg dorthin – platziert wurden.
Was ich persönlich viel schlimmer fand waren die zahlreichen Kiddies: Die “ich bin das erste mal ohne Mamma in den Ferien und drum mach ich alles doofe”-Teenager. Wir waren ja alle mal Jung und hatten unseren ersten Vollrausch in einem Alter, in denen der Gesetzgeber und das blaue Kreuz alles andere als Freude hätten. Trotzdem kam ich nie auf die Idee, mein eigenes Zelt anzuzünden. Oder ans Nachbarzelt mein – bereits verdautes oder vom Magen verweigertes – Essen aus dem Körper zu befördern. Oder Eigentum anderer Zelter zusammenzuklauen. Oder sogar das Zelt der Nachbarn zu verbrennen. Oder die Dixi-Klos anzuzünden.
2003 war mein erstes Rock im Park und da war die Stimmung weit friedlicher. Gesoffen wurde nicht weniger, aber die Zerstörungswut erreichte dieses Jahr Rekordniveau. Auch hier muss sich der Veranstalter an die Nase fassen: Vor dem Festival werden zwar rigorose Vorschriften gemacht (kein Glas, keine Gasflaschen etc.), welche aber nicht durchgesetzt werden, da an den Eingängen die Hälfte der Leute kaum oder gar nicht kontrolliert wurden. Besoffene mit 3,0 Promille an einer 20kg Gasflasche hantieren zu lassen, erhöht nicht gerade das Sicherheitsbefinden auf dem Platz. Die fehlenden Kontrollen hätten die Securitas vielleicht durch erhöhte Kontrollen am Platz wieder wettmachen können, aber genau dort glänzten sie durch Abwesenheit. Insbesondere an der Nacht auf Montag – an denen die schlimmsten Ausschreitungen waren – sah man kaum einen Securitas ausserhalb des Bühnenbereichs. Dass dann – gepaart mit fehlender Zivilcourage – Dixis und Zelte brennen, erstaunt wirklich nicht.
Mein Fazit: Ich bin zu alt für das. So macht Campen keinen Spass. An anderen Festivals wars oft recht chillig, vor dem Zelt hocken, Bier trinken, ein wenig Schabernack treiben und eine schöne Zeit haben. Aber so.. nein, echt nicht mehr. Entweder ich lass Rock im Park in der zukünftigen Festivalplanung beiseite oder aber ich übernacht im Hotel. Dann werd ich zwar auch um mein obligatorisches Müllpfand gebracht, aber wenigstens muss ich keine Angst haben, dass ich in die Luft fliege oder mein Hab und Gut verbrannt wird.

