Die Musikindustrie ist ja ein armes Kind. 15-25% Rendite holt sie aus ihrem Eigenkapital. Eine Traumquote, die manche Unternehmung zum ausgiebigen feiern bringen würde. Und trotzdem kommen sie aus der Jammerei nicht heraus. Böse Piraten, die halblegal runterladen. Böse Konsumenten, die nicht das kaufen, was sie sollten (die Billigproduktionen).
Und jetzt kriegt man den Hals anscheinend gar nicht mehr voll. Jahrelang hat man sich dem Kundenwunsch nach Online-Shops verweigert. Erst Apple musste Geld in die Hand nehmen und das Gegenteil beweisen. Und jetzt, nachdem es nach einem Erfolg auf ganzer Linie ausschaut, hat man Blut gerochen. Man merke: Aktuell kostet ein Song 99 Cent oder 1,50 CHF. Das ist ein happiger Batzen. Und 70% davon geht direkt an die Musikindustrie. Beinahe ein Reingewinn, trägt doch Apple die Kosten für die Infrastruktur, das Bezahlsystem und das Marketing.
Aber anscheinend ist das viel zu wenig:
Im Kern geht es darum, dass die Plattenfirmen mehr Geld für Neuerscheinungen verlangen wollen als die bislang bei iTunes üblichen 99 Cent, erklärt Matt Kleinschmit von der Marktforschungsfirma Ipsos Insight. Ob die Kunden dies akzeptieren würden, ist aber noch völlig offen. “Die Frage ist, ob das jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um mit variablen Preisen zu experimentieren?” Bislang verdienen die Plattenfirmen rund 70 Cent an jedem Download. Bei einer Anhebung könnte es deutlich mehr werden. Apple allerdings lehnt Änderungen an seinem Geschäftsmodell bislang ab.
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So forderte der Chef der Warner Music Group, Edgar Bronfman, dass Apple verschiedene Preise zulassen und die Plattenfirmen auch an den Verkäufen der iPod-Player beteiligen sollte. Auch EMI-Chef Alain Levy forderte unterschiedliche Preise für neue und ältere Titel.
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Jobs hingegen argumentiert, schon jetzt verdienten die Plattenfirmen an jedem Download mehr als an CDs, für die Produktions- und extra Marketingkosten anfallen. “Wenn sie also die Preise erhöhen wollen, dann heißt das nur, dass sie ein bisschen geldgieriger werden“, erklärte Jobs im September in Paris.
2 Comments
Die kriegen den Hals nicht voll. Ja klar, die Konsumenten sind so begeistert von der Möglichkeit die Songs in 128KBit/s-Qualität online downzuloaden, dass sie bereit sind auch mehr für diese wundervolle Dienstleistung zu zahlen.
Woher hast du die Zahl von 15-25% EK-Rendite?
Sony Music hatte im letzten Jahr eine EK-Rendite von 19%. Kannst du im Geschäftsbericht nachlesen.