Banking Game

So, ich war diese Woche an dem viel gelobten Banking Game – ein Seminar der Uni Zürich in Zusammenarbeit mit der UBS, in welchem man in einer Simulation die Führung einer Bank übernimmt – teilgenommen.
Nun ja, wie angetönt wurde eben dieses Seminar von vielen als Non-Plus-Ultra bezeichnet. Es gibt für die 32 Plätze auch 280 Bewerber. Und es mag vielleicht an dieser Stelle “undankbar” erscheinen, aber irgendwie blieb es deutlich hinter den Erwartungen. Gut mag sein, dass das 2×1,5 Stunden UBS Recruiting (bestehend aus unendlich scheinender “wir nehmen nur die Besten, wir sind die Besten und sowieso und überhaupt”-Wiederholungen) meine Meinung arg beeinflusste, aber auch sonst hab ich mir mehr versprochen.

Den unter dem Strich habe ich zwar sehr viel gelernt, aber die Simulation hat arge Lücken, die ausnutzbar sind. Und um diese zu kaschieren, greift die Spielleitung ständig ins Geschehen ein, wobei das halb so schlimm wäre, wenn es denn konsequent geschehen würde. Es ist zwar schön zu hören, dass der Konkurrenz-Bank die Lizenz entzogen hätte werden solllen wegen mangelnder EK-Deckung, aber nichts passierte. Gleichzeitig werden aber Massnahmen nach Gutdünken durchgeboxt, für welche es keine Vorwarnung gab. Unter dem Strich endete das ganze in einer grossen Lotterie, wo man zwar den Erwartungswert seiner Performance beeinflussen konnte, aber eben nicht viel mehr.

Nein, ich möchte nicht unser mieses Abschneiden verteidigen, wir haben einige Fehler gemacht. Und ich habe – trotz allem – sehr viel aus dem Seminar mitgenommen. Aber so ist das halt häufig im Leben: Auch wenn das eine Veranstaltung insgesamt sehr gut war – man aber gleichzeitig mehr erwartet – bleibt eine Enttäuschung unabdingbar.