Walk
2/3/2006 | Roman
They said you can rap about anything except for Jesus
That means guns, sex, lies, video tape
But if I talk about God my record won’t get played huh
Mich prägt manchmal ein Song mehr als manche Monate an Lebenserfahrung. In diesem Blog habe ich schon einige dieser Songs genannt (z.B. hier), nun soll ein Weiterer dazu stossen. Hey, beschwert euch nicht, ich habe euch ja lange damit in Frieden gelassen! Anyway, zurück zum Text. Obiges Zitat stammt von Kanye West, einem der begnadetsten Rapper aller Zeiten. Und es ist aus seinem Song Jesus Walks, wie die unteren auch..
I need to recruit all the soldiers
All of God’s soldiers
We at war
We at war with society, racism, terroism and most of all we at war with ourselves
Kanye West hat Mut. Oder vielleicht war er einfach wahnsinnig, als er den Song rausbrachte. Den das Potential, das darin lag, war enorm. Es barg die Gefahr, dass seine bisherigen Fans von ihm abspringen würden, wenn er sich zu dem Thema äussern würde und gleichzeitig würde er wohl den Hass der amerikanischen konservativen Christen einbringen. Ironischerweise passierte nur zweiteres.
Wieso das? Weil Kanye West in diesem Song kein Blatt vor dem Mund nimmt. Weil er ehrlich ist. Weil ihm scheiss egal ist, was die Leute von ihm halten, solange er seine Message bringt. Und das honorieren seine wahren Fans, hingegen passt dies vielen konservativen Kreisen gar nicht. Denn eine heile Welt beschreibt er nicht, im Gegenteil.
(Jesus Walks)
God show me the way because the Devil try to break me down
(Jesus Walks with me)
The only thing that I pray is that my feet don’t fail me now
(Jesus Walks)
And I don’t think there’s nothing I can do to right my wrongs
(Jesus Walks with me)
I wanna talk to God but I’m afraid cause we ain’t spoke in so long
Gut ok, die Zeit des Kirchenbanns ist seit 300 Jahren vorbei. Dafür gibts heute Lobbys. Aber was genau hat die Christen so aufgebracht? Die obigen Zitate sind bisher relativ harmlos.
Ya, to the hustlers, killers, murderers, drug dealers even the strippers
(Jesus walks with them)
To the victims of welfare feel we living in hell here, hell yea
(Jesus walks with them)
Das war ihr Problem. Kanye bricht die Idee der Friede Freude Eierkuchen Welt, auf die amerikanische Christen einen so grossen Wert legen. Spricht an und flucht (das ist natürlich besonders “böse), dass auch Mörder, Zuhälter und Dealer Jesus brauchen. Leute, die eben von konservativen Christen am liebsten im Todestrakt der texanischen Gefängnisse gesehen werden oder im Irak und Guantanamo verfolgt werden.
Kanye West sagte zum Song selber, dass er ihn nicht für Christen geschrieben hätte, ebensowenig um auch nur irgendeinen zu bekehren. Er schrieb ihn rein, um zu sagen, was er denkt. Und das ist gut so.
My momma used to say only Jesus can save us


3/3/2006 um 10:21
Der Typ heisst übrigens nicht Kayne, sondern Kanye. Kleiner aber feiner Unterschied…
3/3/2006 um 10:32
Ich hab tatsächlich überall Kayne geschrieben… siehste, das kommt davon, wenn man zu so später stunde noch blogbeiträge schreibt.
thx