Feinstaub in die Augen..

In letzter Zeit besteht die schweizer Politikszene langsam aber sicher nur noch aus Populismus. Sei es nun die Diskussion um die Swisscom-Privatisierung samt Volksaktie, Vogelgrippe oder nun eben die Feinstaub-Debatte. Argumente scheinen ein Relikt der Vergangenheit.

So haben nun 11 Kantone per sofort eine 80 km/h Tempolimite auf Autobahnen eingeführt. Wenn man bedenkt, dass höchstens 20% aller Autos in der Schweiz überhaupt Dieselfahrzeuge sind und damit Feinstaub-Emmissionen verursachen könnten, stimmt einen das nachdenklich. Auch, dass eine Temporeduktion die Feinstaubemission nicht wirklich senken wird, da diese nur bei unvollständiger Verbrennung überhaupt relevant wird. Und bei konstanter Tourenzahl in tiefen Bereichen – wie man sie auch bei 120 kmh hat – ist die Verbrennung effizient genug, so dass der Ausstoss minim ist. Die Diesel-Motoren werden also vorallem im Stadtverkehr Partikel emitieren, nicht auf der Autobahn.

Aber die Augenwischerei geht weiter. Schauen wir mal an, wie die Feinstaub-Emission nach Verursachern aufgebaut ist:

Hauptverursacher des anthropogenen Anteils am Feinstaub in Deutschland sind (in Klammern: prozentualer Anteil in Deutschland laut Bundesumweltministerium, Stand 2001):

  • die Industrie: 60 kt/a (35,1%)
  • Privathaushalte und Kleinverbraucher: 33 kt/a (19,3%)
  • Straßenverkehr (ohne Abrieb): Dieselmotoren (siehe: Dieselruß): 29 kt/a (17,0%)
  • Elektrizitäts- und Fernheizwerke: 19 kt/a (11,1%)
  • übriger Verkehr: 16 kt/a (9,4%)
  • Schüttgutumschlag: 8 kt/a (4,7%)
  • Industriefeuerungen: 6 kt/a (3,5%)

Quelle: Wikipedia

Nach obigen Zahlen verursacht der Strassenverkehr also knapp 17% des Feinstaubes. Davon – wie vorhin ausgeführt – vorallem im Stadtverkehr. Und wiederum davon ist der Grossteil der Emissionen durch LKWs produziert, nicht durch PKWs.
Die wahren Verursacher – wie Baumaschinen, LKWs, Traktoren und Holzheizungen – lässt man in Bern weiter die Umwelt verpesten. Die 80er-Limite ist blinder Aktivismus und wäre vielleicht 2 Monate vor den Wahlen noch halbwegs zu erwarten, aber nicht jetzt. Ausserdem scheinen die Bauern, Baumaschinen und Holzheizungen eine zu starke Lobby zu besitzen, wie man z.B. bei der SVP-Fraktion deutlich erkennen kann:

Die Krebsliga Schweiz hat sich heute an den Bundesrat gewendet und ihn mit Nachdruck gebeten, die Motion von Nationalrätin Jasmin Hutter (SVP) zurückzuweisen. Diese verlangt, das Obligatorium für Dieselrussfilter bei Baumaschinen aufzuheben.

Es ist bekannt und erwiesen, dass die Feinpartikel gesundheitsschädigend sind. Sie erzeugen insbesondere Krebs der Atemwege. Die von Frau Hutter vorgebrachten Argumente sind zurückzuweisen: Die Filter zeigen eine sehr effiziente, sprich schützende Wirkung auf Menschen, welche sich in der Nähe von Baumaschinen aufhalten. Frau Hutter zieht es vor, den Preis der Maschinen tief zu halten, anstatt den unmittelbar Betroffenen die zuverlässige Schutzwirkung der fortschrittlichen Filtertechnik zu gönnen.

Quelle: Krebsliga

Der Grund von Frau Hutter: Sie verkauft selber Baumaschinen. Soviel zum Thema “Volkspartei”. Aber weiter gehts:

(…) SVP Kantonsrat Christian Achermann ist grad dabei und verfeuert rund 30 alte Paletten, frisch fröhlich unter freiem Himmel. Kurz darauf kommt Gemeindepolizist Benz hinzu und ertappt den Umweltsünder auf frischer Tat. Für Herrn Kolb ist die Aktion von Achermann absolut unverständlich, so hatte doch jedermann in diesen Tagen in der Presse und im TV Berichte über die aktuelle, enorme Feinstaubbelastung gehört. Offenbar interessiert sich SVP Kantonsrat Achtermann überhaupt nicht für diese besorgniserregende Situation und feuert munter und illegal weiter. Herr Kolb vom Dorfverein Menzengrüt interveniert bei der Polizei und platziert eine Anzeige gegen den SVP-Kantonsrat.

Quelle: ignoranz.ch

So stellt sich schlussendlich nicht die Frage, wer uns vor dem Feinstaub beschützen soll, sondern vor den Politikern…