Absurdistan die Zweite

28/2/2006 | Roman

So, ich war heute – mal wieder – am SBB Schalter. Könnt mein neues Hobby werden, so wie Feuerschlucken oder Krokodil-Wrestling. Aber Fortuna war mir hold und so habe richtig kompetentes Personal erwischt. Gut, liegt auch vielleicht daran, dass man am Zürcher Hauptbahnhof wohl andere Leute anstellt wie in Aarau am Schalter (das Wort Bauerntrampel hab ich extra nicht geschrieben).

Anyway: Ich wurde mit allen möglichen Infos eingedeckt. So habe ich erfahren, dass man ein GA kaufen und dieses beliebig wieder zurückgeben kann und dabei nicht – wie früher – mit Gutscheinen abgespeist wird, sondern mit Cash. So weit so gut. Aber es wäre nicht die SBB, wenn das ganze durchdacht wäre! Man hat ja schliesslich einen Ruf zu verlieren! Aber von vorne..

Also, als “Junior” kann ich ein GA für 2200 CHF kaufen. Und nach 5 Monaten – genau so lange würde ich es benötigen – könnte ich dieses zurückgeben. Der Ganze Spass würde mich – unter dem Strich – 1122 CHF kosten. Jetzt aber aufgepasst: Ein GA auf Abo kostet 205 CHF. Also für 5 Monate 1025 CHF. Also zusammengefasst:

  • Beim Monats-GA kriege ich monatlich eine Rechnung heim und muss das Geld nicht vorschiessen.
  • Ich muss das Geld auch nicht wieder zurückfordern, was ja mitunter ein Spiessrutenlauf werden kann (ich spreche aus Erfahrung).
  • Ich verursache durch das Monats-GA deutlich Mehrkosten bei der SBB! Sie müssen meine Bonität prüfen (wenn ich das Geld vorschiesse nicht), müssen mir jeden Monat eine Rechnung stellen, das Zahlungsziel überprüfen. Zudem haben sie höhere Kapitalkosten, höheres Risiko usw.
  • Und diese Mehrkosten für die SBB, die ich ihnen verursache, danken sie mir, indem das 97 CHF günstiger ist.

Ein Musterbeispiel von fehlender betriebswirtschaftlicher Rationalität bei den Bundesbahnen. Ich weiss nicht ob ich lachen oder weinen sollte..

Zum Schluss aber ein weiterer Exkurs meiner Bundesbetriebs-Euphorie: Bisher besass ich ja den Z-Pass: Ein Zonen-Abonnement, dass freie Fahrt im Kanton Zürich und Aargau mit sich bringt. Hier aber wieder eine Absurdität: Dieser Z-Pass ist zwar pro Jahr deutlich günstiger als ein GA, aber pro Monat teurer.. 207 CHF gegen 205 CHF. Wohlgemerkt für ein deutlich kleines Abo-Gebiet..

Vielleicht mag sich mancheiner an die langweiligen Schulstunden erinnern, in dem euch der Lehrer – meist vergeblich – die klassischen griechischen Werke nahebringen wollte. Wie z.b. Homer’s Odyssee. Nun, für alle Banausen unter euch ein kurzer Abriss:

  • König Odysseus von Ithaka – die altertümliche Version von MacGyver – hat mittels dem Holzpferdli Troja eingenommen. Gut MacGyver hätte das mit einem Kaktus und seinem Sackmesserli geschaft, aber das ist ein anderes Thema
  • Odysseus hatte also alle Trojaner verarscht. Aber wie das nun mal so ist, nachdem man alle Feinde umgebracht hat, hat man gar niemanden mehr zum auslachen. Und so wurde es Odysseus langweilig und er wollte heim.
  • Jetzt waren aber einige Götter sauer. Also der Fanblock der Trojaner. Sie gönnten Odysseus den Sieg nicht und wollten “blöd tue” (vorallem Poseidon, de blödi Siech). Also die Altertümliche Version von den FC Basel Fans. Aber da keine Polizisten zum verkloppen und Steine nachschmeissen grade da waren, hinderten sie halt Odysseus an der Heimkehr. Ganz im Stile von “Schiri, wir wissen wo dein Auto steht…”. Aber ich schweife wieder ab..
  • Nach 10 Jahren kam Odysseus langsam wieder heim und nachdem er seiner Frau weitere 20 Jahre erklärt hatte, wieso er “länger gearbeitet hatte” und dass seine Sekretärin auf Troja den Tod fand und er sie nie vernaschte und sowieso .. auf alle Fälle lebte er dann im Happy End (und durfte sein Schlaflager auf der Couch auflösen).

So, was hat jetzt das mit der SBB zu tun? Mehr als man denkt. Denn ich wollte heute simpel und einfach ein Monats-GA ab dem 10. März am Bahnhof lösen. Tönt einfach und für MacGyver wärs das wohl auch. Aber der Homo Schalteriansis kann Einem schon Steine in den Weg legen. Denn es scheint ein Ding der Unmöglichkeit, ein Monatsabonnement am Schalter zu lösen, auch wenn man – wie ich – so früh danach schaut.

Gut, kennt man ja von allen Sunrise, Swisscom und Orange Shops, in denen man alles machen kann, nur nicht das, was man eigentlich von ihnen will. Wie z.B. das Abo kündigen. Aber lassen wir das Thema mal sein. Auf alle Fälle hilft bei den Telekommunikationsanbietern wenigstens ein demotivierter Phil1-Student am anderen Ende der Hotline und das ganze ist innert 30-60 Minuten erledigt.

Bei der SBB läuft das anders. Da vertraut man lieber auf bewährte Tochtergesellschaften. Sprich: Die Post. Und via diese kann man das Ding bestellen. Aber natürlich dauert es “14 Tage mindestens“. Für ein simples Monats-Abo. Das vorhandene Zonenabo kann man natürlich nicht dafür einlösen, wie auch, das wäre Kundenfreundlich… Wäre Homer noch am Leben, er würde in der SBB die Muse der Wahl finden…

Wobei das bringt mich wieder auf die Idee, mich als Griechischer Speerkämpfer zu verkleiden und ins SBB Hauptquartier zu laufen…

UPDATE: Hey, wer der irrigen Meinung ist und den SBB Flyern vertraut, wo es gross und breit heisst, dass man es per Internet bestellen könnte, wird sein wahres Wunder erleben. Auf sbb.ch kann man sich registrieren und anmelden. Danach kann man im Ticket-Shop das Monats-GA zwar auswählen, aber kriegt nur ein PDF zum runterladen. Immerhin ist die SBB so lieb und füllt dir deine – gerade eingebenen – Daten in das Forumlar für die Bestellung ein. Natürlich unvollständig. Das kannst du dann ausdrucken, die Fehler korrigieren und die fehlenden Angaben händisch ergänzen. Und dann wieder per geliebter Post einschicken.. Nein, das ist nicht Ironie, das ist eben Bundesbahn..

work hard

26/2/2006 | Roman

Das aktuelle Wochenende geht dem Ende zu. Genau noch 41 Minuten habe ich, es zu geniessen. Und zwar war es mein erstes richtiges Wochenende seit 6 Wochen. So ein Richtiges eben, von Freitag Abend bis Sonntag Abend. Ich habe beinahe vergessen, wie lange sich das anfühlt…

In der letzten Zeit bestand mein Wochenende eigentlich aus einem freien Nachmittag und – eventuell – einem oder gar zwei freien Abend(en). Den Rest der Woche habe ich arbeitend verbracht, ob Uni oder Arbeitsstelle. Und ganz ehrlich: Es zehrt schon an den Kräften. Und irgendwie beneidet man – in einigen kurzen Momenten – den “einfachen” Mann mit einem “nine-to-five”-Job. Aber zum Glück verfliegen solche wirren Gedanken immer wieder ganz schnell. Denn gerade solche Herausforderungen reizen mich. Es gibt kein erhebenderes Gefühl auf Erden, als dass man auf eine grosse Anstrengung stolz zurück schauen kann.

Das Ganze soll aber nicht ein Plädoyer pro Workaholic sein, aber manchmal muss man halt fürs Erreichen eines Ziels “unten durch”. Ist aber auch nicht schlimm, ich halts da einfach nach einem meiner Lebensmottos: work hard, party hard.

ich werd alt, jaja

23/2/2006 | Jeanine

so, ein weiterer Beitrag den die Welt nicht braucht. Das Schöne? Ich darf ihn trotzdem schreiben.

Und zwar hab ich feststellen dürfen, dass ich seit Januar diesen Jahres Pensionskasse zahlen darf. Jaja, der kluge Leser merkt auf – bin ich doch erst gerade am 20. Dezember 24 geworden. Aber wies so geht: Laut Reglement beginnt die Versicherung spätestens am 1. Januar nach Vollendung des 24. Altersjahres. Tja, nichts mit dem schönen Gedanken, dass man erst ab 25 zahlt. So ist das Leben.
Nun, manch einer mag einwenden, dass ich ja irgendwann mal, in ungefähr 148 Jahren oder so, das Geld wieder erhalten werde um mir meinen Lebensabend zu finanzieren. Die Wahrheit? Das ist kein Trost, nein nein wirklich nicht.

So zahl ich halt jetzt grummelnd den Beitrag – wenigstens hab ich einen Job (dafür bin ich ja auch dankbar, nur um sämtlichen Zeigefingern die Luft aus den Segeln zu nehmen).

So, das wollt ich einfach mal gesagt haben ;)

Rumors im Internet

22/2/2006 | Roman

Sicher kennt ihr noch das Spiel aus eurer Kindheit, wo alle im Kreis sitzen und Jemand dem Nachbarn einen Satz ins Ohr flüstert und dieser dass dann weiter an seinen Nachbarn flüstert. Und schlussendlich kommt etwas raus, dass nichts mit dem anfänglichen Satz zu tun hat.

Nun, das funktioniert auch im Internet. Aber im Gegensatz zum Kinderspiel läuft hier nicht alles im Kreis herum, sondern parallel und gleichzeitig zwischen allen Parteien. Ein aktuelles Beispiel zeigt dies wunderbar: Bei einem Festival wurde Guns’n'Roses angekündigt. Und da dauerte es keine 10 Minuten, schon wurde dies als heisser Kandidat für Rock im Park (RiP) und Rock am Ring (RaR) gehandelt. Als dann noch ein zweites Festival diese ankündigte und RiP und RaR in die Lücke zu passen schienen, kamen die ersten, welche die – völlig aus der Luft gegriffene – These als bare Münze nahmen.

Und nun wirds lustig, denn es entwickelte eine unglaubliche Eigendynamik: Diese Thesen wurden in zig dutzend andere Foren kopiert und dort verbreitet. Und irgendwo schrieb kurz darauf mal jemand, dass “sein Bruder von einer sicheren Quelle gehört hätte, dass sie sicher kommen”. Und dies wurde dann auch wieder in zig dutzend Foren kopiert. Gleichzeitig aber nun passiert auch, dass alle Forenuser nun die aus den jeweilig anderen Foren stammende Beiträge zitieren und verlinken. Und weil es nun halt in 30 Foren steht, wirkts umso glaubwürdiger. Dabei haben von Anfang an nur alle gegenseitig voneinander abgeschrieben. Gepaart mit ein paar “sicheren Quellen” wirds zum Teufelskreis.

Wer nun aber meint, so Quark bliebe in den Foren, der irrt. Und zwar kann man auf der offiziellen Guns’n'Roses Seite die Tourdaten nachlesen. Und wenn man nach “Germany” sucht, findet man auch diese, aber aus dem Jahr 2001. Und so gabs natürlich einen kurzsichtigen dummen Forenuser – mein persönlicher Held – der die Jahreszahl übersah und das als fixe Ankündigung sah.

Unter der Prämisse der oben dargestellen Verbreitungsmöglichkeiten könnt ihr euch denken, wie schnell der Quark von Willigen aufgenommen wurde. Das ging so weit, dass sogar MTV den Quark in die News genommen haben. Ein Trauerspiel…

Turnaround

21/2/2006 | Roman

“Zwei Dinge sind zu unserer Arbeit nötig: Unermüdliche Ausdauer und die Bereitschaft, etwas, in das man viel Zeit und Arbeit gesteckt hat, wieder wegzuwerfen.” – Albert Einstein

Schönes Zitat oder? Es hat mich in letzter Zeit viel nachdenken lassen. Denn Heutzutage herrscht die Meinung vor, dass das Ziel wichtiger sei, als der Weg. Und wie Konfuzius schon anmerkte, sollte es gegenteilig sein. Denn woher wissen wir, dass das Ziel nicht das Falsche sein könnte, wenn wir mit Scheuklappen darauf zurennen?

Ich war nun die letzten 4 Jahre in der Informatik tätig. Ich habe die ganze Zeit neben dem Studium darin gearbeitet und eine Erfüllung darin gefunden. Und trotzdem hat es den Anschein, dass ich diesen Pfad nun verlasse. Mancheiner mag nun seinen Kopf schüttelt, wo doch meine bisherigen Anstellungen gerade eine gute Stelle in der IT-Branche ermöglichen würden…

Aber so spielt das Leben. Manchmal ist es weiser, den eingeschlagenen Weg zu verlassen und Neues kennenzulernen.

Ich habe – wie bereits geschrieben – mein erstes Bewerbungsgespräch hinter mir. Und wenn ich noch am 11. März das Assessment gut überstehe – wovon ich ausgehe – dann bin ich ab Herbst alles, nur kein Informatiker mehr.

Weltkriege bringen ja die perfidesten Sachen ans Tageslicht. In der Nachbetrachtung ist das schwer nachzuvollziehen. So hat Walt Disney doch tatsächlich ein Propaganda Video gegen Hitler produziert.

UPDATE:

Da ich soeben erfahren habe, dass das Deutsche Grundgesetz Verbreitung von Kriegspropaganda verbietet – auch Anti-Kriegspropaganda – und der Server nunmal in Deutschland steht, habe ich die Links entfernt.

Es ist wirklich makaber, dass Deutschland wohl solche Komplexe mit seiner Vergangenheit hat, dass nicht einmal Veröffentlichung von Material GEGEN den Nationalsozialismus erlaubt ist, sofern darin ein “Verbotenes Symbol” vorkommt. Ich kann kaum aufhören, darüber den Kopf zu schütteln… Zustände fast wie in China..

Gibt es ein Leben nach …

17/2/2006 | Roman

.. der Uni? Wieso stelle ich mir jetzt solch existenzielle Fragen?. Nun: Auch bei mir neigt sich das Studentenleben dem Ende zu und ganz ehrlich: Ich bin froh drum. Versteht mich nicht falsch: Ich habe die bisherige Zeit als schön erlebt, aber irgendwann ist es an der Zeit, sich vorwärts zu orientieren.

Morgen mache ich den ersten Schritt und habe mein erstes Bewerbungsgespräch für “danach”. Morgen? – wird sich mancheiner fragen mit dem Hintergedanken, dass

  • er heute um 6 Uhr Abends ins Wochenende geht
  • oder schon vor 3 Tagen ins Wochenende ging (unter der Annahme er ist Student).

Aber ja, ich habe mich nicht vertippt, tatsächlich werde ich mich an einem Samstag der Herausforderung stellen. Es ist ja nicht mein erstes Bewerbungsgespräch meines Lebens, aber nervös bin ich heute schon.

Btw: Wie die Firma heisst, sei hier nicht verraten. Die, welche es wissen sollten, haben es auf anderem Wege schon erfahren (oder werden es noch).