Ende der Musik-Labels

21/1/2006 | Roman

Die letzten 30 Jahre haben sich die Musik-Labels eine Industrie von Produktion bis Vertrieb aufgebaut, die noch bis vor 5 Jahren als unknackbar galt. Und heute les ich gerade auf heise.de:

Dieser Tage erscheint das Debutalbum der Band Arctic Monkeys, ziemlich genau ein Jahr nach dem der amerikanischen “Clap Your Hands Say Yeah”. Das Besondere: Beide Bands veröffentlichen die Alben nicht um bekannt zu werden, sondern weil sie schon Erfolg haben – durch das Internet. Und sie haben auch kein Plattenlabel gebraucht, um gehört zu werden.

Arctic Monkeys verschenkten anfangs CDs mit ihrer Musik bei Konzerten, berichtet Thomas Winkler in der heutigen Frankfurter Rundschau. Die Stücke gelangten ins Internet und wurden so bekannt, dass die Band keine Probleme hat, etwa einen Berliner Club zu füllen.

Clap Your Hands Say Yeah haben dank Internet mehr als 50 000 Platten ihres Debutalbums verkauft, so Winkler. Bei ihnen sorgten positive Rezensionen in Internet-Magazinen für Bekanntheit. Die Gruppe wolle auch weiterhin nicht unter das Dach eines großen Labels kriechen.

Vielleicht der Anfang vom Ende der großen Plattenlabels? In einer (Internet-)Welt, in der sich die Hörer durch zum Beispiel Podcasts informieren und unterhalten lassen, könnten die Major-Labels einst in Vergessenheit geraten.

Gar nicht so abwegig. Denn wieso in aller Welt sollte ein Produzent (wofür die Labels ja gedacht waren), etwas anderes tun, als zu produzieren? Die Monopol-Stellung der Labels hat uns in den letzten Jahren nämlich vorallem etwas gebracht: Von Jahr zu Jahr höhere Preise und schreckliche Kunst-Bands wie Bro’Sis. Insofern hoffe ich, dass langsam das Zeitalter der Labels zu Ende geht…

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