Fusspilz

Langsam wird die schweizer Polit-Landschaft immer trauriger. Das Klima wird langsam rauer als die ostsibirische Tundra.

Ich habe heute das aktuelle Plakat der SVP zu Schengen gesehen und wunderte mich ab so viel Abgebrühtheit! So was hat die NSDAP im den 30er jahren mit der Dolchstosslegende durchgezogen (zum Vergleich: Klickst du)! Hier die aktuellen Poster:

Ich bin ganz ehrlich: Ich habe bisher so viel von der SVP gehalten wie andere von Fusspilz: Unangenehm, ich will möglichst nichts damit zu tun haben, aber im Prinzip ungefährlich.

Jetzt aber frage ich mich, wie eine solche anti-demokratische Kampagne noch zu rechtfertigen ist? Angstmache als neues Mittel zur Abstimmungsmanipulation? Ein Armutszeugnis…

13 Comments

  1. zubi
    Posted 25/4/2005 at 19:17 | Permalink

    Ich hab auch fast meinen Augen nicht getraut als ich heute das Plakat erblickte.
    “Lustig” fine ich auch immer wieder, dass diese Kampagnen häufig von einem “überparteilichen Komitee” geführt werden. Wenn man dann die Mitgliederliste anschaut, sind vielleicht ca. 90% SVP Mitglieder :-/

  2. Andreas
    Posted 25/4/2005 at 22:59 | Permalink

    Leider wird das mit ziemlicher Sicherheit zu einem Nein verhelfen, wie bei anderen Abstimmungen mit ähnlicher Stimmungsmache im Vorfeld.

  3. Roman
    Posted 25/4/2005 at 23:53 | Permalink

    @zubi: und die restlichen 10% sind von den Schweizer Demokraten oder der PNOS ;)

    @andreas: Irgendwie bin ich optimistisch, dass die anderen zwei Gruppierungen – Die Polizisten und der Wirtschaftsverband – genug Mittel haben, dagegen zu halten.

  4. politik-er
    Posted 25/4/2005 at 23:56 | Permalink

    ui das ist jetzt aber schlimm diese kampagne, zum glück sind wir ja alles so sensible gemüter dass uns ein plakat gleich zu den söckli raushaut.

    engagiert euch doch einfach selbst statt rumzumotzen über die anderen die etwas zu bewegen versuchen ;)

  5. Jeanine
    Posted 26/4/2005 at 9:51 | Permalink

    seit wann will die svp etwas bewegen? ;) (ausser vielleicht die ausländer ausser landes hehe)

  6. Roman
    Posted 26/4/2005 at 16:23 | Permalink

    würd mich auch interessieren, wo du in der SVP “Bewegung” siehst. Für mich ist das ein grosser Verhinderer-Club, noch schlimmer als der VCS.

  7. Hans
    Posted 27/4/2005 at 13:23 | Permalink

    Du bezeichnest dieses Plakat als undemokratisch. Diese Aussage ist etwa gleich qualifiziert, wie jene auf dem Plakat….

    Es gibt gute Gründe um gegen einen Beitrig zum Schengener Abkommen zu sein aus Schweizer Sicht. Klar ist dieses Plakat polemisch. Da leider die wenigsten Schweizer einen Uni Abschluss haben, kann man nicht Plakate mit differenzierten Abhandlungen bringen.

    Aussgaben wie SVP = “Verhinderer-Club” sind übrigens aus der selben undifferenzierten Schublade…

    Wieso disktuiert ihr nich einfach über die Sache an Sich?

  8. Roman
    Posted 27/4/2005 at 13:35 | Permalink

    Es gibt Gründe, gegen Schengen zu sein. Da sind wir uns einig. NUR: siehst du irgendeinen auf dem Plakat? Ich kann keinen erkennen. Btw: lies mal den kompletten Flyer von http://www.svp.ch zu dem Thema: Die ganze Kampagne ist auf LÜGEN aufgebaut.

    So siehts aus. Und von wegen “Verhinderer”-Club: Wer den Status Quo mit aller Macht erhalten will, sich gegen jegliche Änderung sträubt, wie nennst du das anders?

  9. Hans
    Posted 27/4/2005 at 14:54 | Permalink

    Es steht auf dem Plakat “Sicherheit verlieren” und “Arbeit verlieren”…. völlig polemisch klar…Trotzdem ist es doch verständlich, dass es Leute gibt, welche befürchten, die Sicherheit könnte abnehmen mit Schengen…du vielleicht nicht andere jedoch schon. Genau das ist Demokratie, dass auch jene die eine andere Meinung haben, zum Zug kommen…. Die Formulierung ist wirklich nicht sehr hochstehend..klar…aber, zeig mir mal ein politisches Plakat auf welchem Begründungen stehen…

    http://www.svp.ch/file/Kurzargumentarium-schengen-d.pdf

    Also, siehs doch mal so. Es gibt einfach Leute die sehen es als Sicherheitsverlust, wenn Grenzkontrolle abgeschafft wird. Lies mal folgendes. OK, wenn du behauptest das sei eine Lüge…easy…aber Beweis es am besten auch gleich.

    –zitat–

    700 Interventionen täglich

    Das Grenzwachtkorps (GWK) hat im ersten Halbjahr 2003 rund 4000 Personen angehalten. Dies entspricht einer Zunahme von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt hat die Grenzwache 700 Mal täglich interveniert und dabei 95 Personen der Polizei übergeben.

    –zitat ende–
    Quelel: http://www.sncweb.ch/newsbox/juli-2003/2003-juli-22.htm

    Ich find’s einfach einbisschen eine Anmassung, in deinem Alter solche Dinge mit der NSDAP zu vergleichen. Frag mal Leute die damals dabei waren, wenn du welche kennst…die Situation damals in Deutschland ist nicht zu 0.0001% mit jender der Schweiz heute zu vergleichen…

  10. Roman
    Posted 27/4/2005 at 15:24 | Permalink

    Es gibt einen Sicherheitsverlust durch das Abschaffen statischer Grenzen.

    ABER:
    a) Das GWK wird nicht abgeschafft oder abgebaut. Schon heute sind 40% aller Zöllner Mobil unterwegs
    b) erhalten wir zugang zur Schengen Datenbank, welche deutlich die Sicherheit erhöht.

    Wo der Effekt sich einpendelt, ist ne Frage für Volkswirte. Aber die SVP verheimlicht Fakten und verdreht andere zu Ihren Gunsten.

    Das hat in meinen augen nichts mit Polemik zu tun, das ist einfach Manipulation.

    Ich find den Vergleich mit der NSDAP bestens passend: Ein Schreckensbild, dazu hetzerischer Text. Wo siehst du da einen Unterschied? Und nein ich vergleiche nicht die Situationen miteinander, nur die Kampagnen.

  11. Hans
    Posted 27/4/2005 at 15:58 | Permalink

    –zitat–
    a) Das GWK wird nicht abgeschafft oder abgebaut. Schon heute sind 40% aller Zöllner Mobil unterwegs
    b) erhalten wir zugang zur Schengen Datenbank, welche deutlich die Sicherheit erhöht.
    –zitat–

    zu a)
    Das mag sein. Tatsache ist trotzdem, dass heute ein Grossteil der angehaltenen Personen an der Grenze gestoppt werden…durch den GWK. Dies Kontrollen (nicht der GWK) würden abgeschafft. Das ist Fact. Man kann unkontroliiert passieren.

    zu b)
    Das stimmt natürlich. Wieso ist der Zugriff auf diese DB eigentlich daran gekoppelt, dass man die Grenzen öffnet? Macht für mich keinen Sinn. Zudem muss zuerst nach jemandem gefahndet werden d.h. er muss bereits ein Delikt begangen haben.

    Du kannst dir ja auch mal die Kriminalitäts Raten der EU anschauen und dann diese mit der Schweiz vergleichen….

    Versteh mich nicht falsch, ich finde Schengen nicht nur schlecht. Aber ich denke für die Schweiz überwiegen die Nachteile. (Es gibt noch viele andere Gründe dagegen, doch hab keine Lust auf eine schriftliche Diskussion) Und nur um nicht ein “ewiger Nein-Sager” zu sein, bin ich noch lange nicht für einen Schengenbeitritt…

    Betr. Manipulation: Es ist ziemlich naiv anzunehmen, dass nur die Kampagne der Schengenbeitritts Gegner gefilterte Infos, sprich Manipulation beinhaltet….

    Ich respektiere deine Meinung völlig. ;)

    BTW: Je mehr du in der Welt herumkommst bzw. in anderen Länder lebst, merkst du was für ein Status die Schweiz auch heute noch geniesst (rein Image technisch) und wie wertvoll das für unsere Wirtschaft ist… durch “Angleichung” an die EU Länder, fördern wir diese Wettbewerbsvorteile tendentiell eher nicht.

  12. Roman
    Posted 27/4/2005 at 22:44 | Permalink

    ach ich geniesse den Schweizer Status und bin dankbar dafür. Gerade deshalb versuche ich auch – auf meine Art und nach meiner Meinung nach – diesen Status zu erhalten.

    Die Schweiz wurde bis anhin gross, weil sie offen gegenüber Fremden war, tolerant und kompromissbereit. Auch untereinander. Man denke nur noch, dass vor 10 Jahren Streiks in der Schweiz undenkbar waren! Heute droht Unia jede 2. Woche damit.

    Nein, wir sollten nicht alles der EU nachmachen. Aber besser bei einem funktionierenden Teilsystem mitmachen, als aussen vor zu sein.

  13. ökonom
    Posted 30/4/2005 at 1:29 | Permalink

    zitat “Man denke nur noch, dass vor 10 Jahren Streiks in der Schweiz undenkbar waren! Heute droht Unia jede 2. Woche damit.”

    was für ein fortschritt! ohne solchen sozial-gugus hätten wir wohl in diesem land erheblich weniger sorgen. Schon bedenklich was gelangweilte wirtschaftsstudenten heutzutage alles von sich geben…